Oma Rosa, Maestro Mouse und ich hatten heute unseren grossen Auftritt – mit Stille Nacht.
Da nicht alle unsere Kinder Weihnachten feiern, haben wir uns dabei weniger auf das Thema des Liedes konzentriert, sondern auf die Geschichte dahinter. Die ist sp spannend, dass es dafür sogar ein eigenes Museum gibt. Die hat Oma Rosa erzählt – und auch erwähnt, dass das Lied, das ihr Lieblingsweihnachtslied ist, in über 350 Sprachen und Dialekte übersetzt worden ist – darunter auch Klingonisch (das haben wir heute aber ausgelassen).
Was wir gemacht haben: Wir haben alle Sprachen gesammelt, welche die Kinder zuhause sprechen, und ich habe die entsprechenden Liedtexte ausgedruckt und verteilt. Folgende Sprachen kamen zusammen:
Eigentlich hätte ich die Kinder jeweils eine Strophe in ihrer Sprache vorlesen lassen wollen, aber es zeigte sich, dass die meisten das Lesen der Muttersprache nicht gelernt hatten. Und helfen konnten weder ich noch die Lehrerin, selbst wenn die Sprachen unsere Buchstaben benutzten (was bei Urdu und Russisch ja auch nicht der Fall war): Wir hatten keine Ahnung, wie wir das aussprechen konnten.
Ich habe die Gelegenheit benutzt, die Kinder – gerade auch jene, die mit Lesen in Deutsch noch etwas Mühe haben – zu bestärken: «Seht ihr, uns geht es genau gleich wie euch, wenn wir in einer Sprache lesen sollten, die nicht unsere Muttersprache ist. Das klappt nicht auf Anhieb! Wir müssten das üben – so wie ihr auch!»
Zum Glück hatte ich vorgesorgt und zu allen Versionen einen Link auf YouTube rausgesucht – ich habe die entsprechenden Videos oben verlinkt.
Das Ziel war, dass wir am Schluss gemeinsam in allen Sprachen die erste Strophe singen würden, aber einige Kinder haben schon früher angefangen, leise in ihrer Sprache mitzusingen, wenn wir eine Sprache näher vorstellten.
Ich fand es herrlich, wie stolz die Kinder waren, “ihre” Sprache einmal präsentieren zu dürfen, weil sie ja eben sonst immer in einer Fremdsprache unterwegs sind. Einmal hat sich ein Kind über den Klang einer Sprache lustig gemacht, und wir haben darüber gesprochen, dass wohl alle von uns einige Sprachen lieber hören als andere (ich nannte bei mir Wallis für eine, die ich mag, und Baseldeutsch für eine, die ich weniger mag), aber wir einigten uns darauf, dass das unser persönliches Empfinden ist. Andere hören das anders – und jede Sprache verdient Respekt. Schliesslich ist meine Muttersprache wohl jene, in der ich das erste Mal meinen Namen höre, oder «Ich hab dich Lieb, mein Kind!»
Ach ja:
Oma Rosa hatte natürlich auch Kekse dabei … «Schliesslich ist der Mund ja nicht nur zum Reden da», meinte sie. Wo sie recht hat, hat sie recht …
Fotos gibt es von der Schule keine – weil Datenschutz und so. Zur passenden Stimmung füge ich hier ein paar Bilder vom Weihnachtsdorf Baden ein. War nur kurz da – gibt praktisch nur Essen und Trinken, kaum was zum Ansehen.



Es ist für die Kinder sicher einzigartig, wenn einmal die vorhandenen Sprachen mit-einander verglichen werden bezüglich ihrer Tonalität. Bestimmt haben ihnen aber die Biscuits der Oma Rosa besser gemundet.
Daddy