18.08.2025 Subvokalisieren

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Heute habe ich vormittags im Haushalt gewirkt, danach was leichtes gekocht – und mich am Nachmittag, während der grössten Hitze, mit meinem 700-Seiten-Schmöker in den Lesestuhl verzogen.

Das Buch ist auf Französisch, auch wenn das Original von einer Irin stammt (war mir bei der Ausleihe nicht aufgefallen, ich hatte einfach Bücher in Deutsch, Französisch und Englisch ausleihen wollen).

In den letzten Jahren habe ich Französisch viel weniger gebraucht als die beiden anderen Sprachen, und meist im beruflichen Kontext, nicht Belletristik. Vielleicht ist es mir deswegen bisher nicht aufgefallen, dass ich Französisch anders lese:

Es ist, als ob ich mir den Roman innerlich vorlese.

Das hat mich neugierig gemacht, und ich habe etwas gegooglet. Subvokalisierung heisst das – und es gilt als etwas, das man loswerden sollte, um schneller lesen zu können.

Nun bin ich ja seinerzeit aus dem Speed-Reading-Kurs geflogen, weil ich bereits bei der Anfangserhebung der Lesegeschwindigkeit schneller war, als die Leute sich als Ziel gesetzt hatten. Das war allerdings auf Deutsch, und ich bin in Englisch gefühlt eher noch schneller.

Französisch bin ich sicher weniger gewohnt, aber es nimmt mich schon wunder, ob sich diese Angewohnheit mit der Zeit verliert. Gut vorangekommen bin ich allerdings auch heute, und ich habe absolut keine Verständnisprobleme.

Ich empfinde es eher so, dass die Schreibweise im Französischen halt noch stärker vom Gesprochenen abweicht als im Deutschen oder Englischen. Und es ist definitiv diejenige Sprache, bei der meine Nutzung mündlich häufiger vorkommt als schriftlich. Beziehungsweise: Ich habe Französisch oft als Ausgangssprache bei meinen Arbeiten, aber nicht als Zielsprache.

Bin gespannt, ob und wie sich das verändert, wenn ich weiterhin darauf achte, Bücher in allen drei Sprachen auszuleihen. Und wer weiss, vielleicht nehme ich Italienisch noch dazu … einfach, um geistig fit zu bleiben.

Ach ja: Bäumchen giessen war ich natürlich heute auch.