18.09.2025 Berührt

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Ich bin immer noch etwas angeschlagen und daher nur wenig aktiv. Hatte eigentlich vor, am Nachmittag mit dem Velo eine kleine Tour zu machen, aber hatte vergessen, den Akku aufzuladen (!). So ging ich zu Fuss los, nur bis zum Coop, um ein paar Kleinigkeiten einzukaufen.

Zwischen Coop und Apotheke traf ich einen Mann, mit dem ich vor ein paar Wochen im Parkhotel Kaffee getrunken hatte. Er war in der Reha, nach anstrengenden Chemotherapie, bei denen er viel Gewicht und Kraft verloren hatten. Wir hatten schon damals ein sehr gutes Gespräch und seine Haltung hat mich sehr beeindruckt.

Wir haben einander sofort wieder erkannt, und ich fragte ihn, wie es ihm gehe? «Schlecht!» antwortete er offen. Für mich ein klares Zeichen, dass im Moment nur dies, nur er wichtig war. Und so sprachen wir über eine zusätzliche Diagnose, die hinzugekommen ist; über einen Eingriff, der ihm empfohlen worden war, unter Vollnarkose, der ihm aber Angst macht – auch gerade, weil sein Immunsystem ja immer noch sehr geschwächt ist, wegen der Chemo.

Ich fragte nach, ob er schon eine Zweitmeinung eingeholt habe und / oder sich nach möglichen nicht-invasiven Alternativen erkundigt habe? «Meinst du, das lohnt sich noch?» fragte er, ziemlich entmutigt. «Fragen lohnt sich immer, finde ich. Du kannst dann immer noch entscheiden, ob du was machen willst und wenn ja, was du machen willst.»

«Dann mache ich das,» meinte er, und wollte sich verabschieden. Spontan fragte ich: «Darf ich dich umarmen?» Da grinste er, fast spitzbübisch, öffnete seine Arme weit und strahlte mich an: «Aber immer doch!»

Beitragsbild: Auch meine Katzen brauchen aktuell viel Zuwendung 🙂

Ein Gedanke zu „18.09.2025 Berührt“

  1. Was immer Dich drückt – gib nicht auf, suche Hilfe bei Dritten und siehe, über Umwege findet man immer eine Lösung!

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