Nachdem die Wetter-App vorgestern Bodenfrost gemeldet hatte, hatte ich nicht nur die ganzen Quitten geerntet, sondern auch den Fanragipani ins Winterquartier gebracht, in der Hoffnung, dass er sich doch noch erholt. Er hat dieses Jahr ja kaum Blätter und keine Blüten gemacht, und ein Ast musste ich wegschneiden, weil er zu faulen begann. Daumendrück …
Die gute Seite am aktuellen Wetter: Ich kann das Fenster im Schlafzimmer offen lassen. Pollen schwirren aktuell kaum mehr rum, allenfalls Pilzsporen, und ich habe im Moment relativ wenig Beschwerden. Umso mehr musste ich schmunzeln, als ich am frühen Morgen von unten erst leises Fluchen, danach schabendes Kratzen hörte. Warm eingemümmelt unter der Bettdecke fand ich das vermutlich witziger als der betroffene Nachbar, der seine Scheiben frei kratzen musste …
Immerhin erfuhr ich auf diese Weise auch gleich, dass ich meine Garderobe überdenken sollte: Die bereits parat gelegten Teile wären ganz offenbar zu sommerlich. Und damit hatte ich definitiv recht: Ich startete meinen Ausflug bei 4 Grad Aussentemperatur, in einer akkurat zweigeteilten Welt: Links, über dem Rhein und Deutschland dichter Nebel, rechts über dem Flecken und dem Achenberg strahlend blauer Himmel.
Die Reise verlief sehr angenehm, die Landschaft präsentierte sich grösstenteils in wunderschönen Herbstfarben.
Karin holte mich beim Kurzzeitparking ab und wir fuhren zu ihr nach Hause, für Kaffee und Gipfel. Auf der Terrasse war es, auch wegen der Bise, zu kühl, aber drinnen hatten wir es ausgesprochen gemütlich. Und da wir uns ewig nicht mehr gesehen hatten, gab es auch viel zu erzählen 🙂
Irgendwann wechselten wir von Kaffee auf einen japanisch inspirierten Cocktail (extrem fein), genossen Brot, Käse und Tomaten und rundeten schliesslich mit Kaffee auf einem inzwischen noch sonnenbeschienen und erfreulich windgeschützten Teil ihres sensationellen Balkons (der geht auf drei Seiten ums ganze Haus).
Kurz vor 18 Uhr spielte Karin wieder Taxi und brachte mich zum Bahnhof Bern – zur Enttäuschung ihres Partners, der mich nur noch kurz sah. Nächstes Mal sollte ich wohl wieder da übernachten …
Und, wie wir beide einstimmig beschlossen:
Wir sollten damit nicht wieder so lange warten!

