Mehrere Medien hatten für die letzte Nacht mögliche Sichtungen von Polarlichtern angekündigt, auch in unseren Breitengraden. Dies als Folge eines heftigen Sonnensturms. Im Laufe des Tages erreichten mich erste Bilder aus Neuseeland, und ich beschloss, diese Nacht auf Fotosafari zu gehen.
Letzten Oktober hatte ich schon einmal Glück– vielleicht würden mir ja dieses Mal noch schönere Fotos gelingen? Das Phänomen der Aurora Borealis fasziniert mich schon lange, und ich hatte bei zwei Reisen in den Norden bisher das Glück, dieses Spektakel zu erleben – letztes Mal 2023.
Da es bei uns erst kurz nach 22 Uhr richtig dunkel werden sollte, stellte ich mir einen Wecker für 22:30 Uhr. Allerdings machte mir das Wetter einen Strich durch die Rechnung: Das gegen 15 Uhr angedrohte Gewitter kam viel später, und auch wenn ich mich darüber freute, DASS es kam (wir brauchen hier dringend Wasser, und die Gräserpollen strapazieren meinen Organismus aufs Übelste), fand ich das Timing eher sub-optimal.
Gegen 21 Uhr löschte ich den Wecker und ging zu Bett. Zwar hatte der Regen aufgehört, aber der Himmel war bedeckt. Da konnte ich genauso gut schlafen …
Oder auch nicht:
Kaum war meine geführte Meditation zu Ende, hörte ich, wie das Handy pingte. Das erste Mal ignorierte ich, das zweite auch, beim dritten knickte ich ein. Die ersten waren lustige Memes, geschickt von Freundinnen, aber das dritte war eine Anfrage: Bist du noch wach? Können wir kurz telefonieren?
Da diese eher überraschend kam, von jemandem, mit dem ich kaum telefoniere, rief ich sofort zurück, und es entspannte sich ein gutes Gespräch, dessen Inhalt hier aber nichts zur Sache tut. Nur so viel:
Danach war ich wieder hellwach. Ein Blick zum Balkon raus zeigte weitegehend freier Himmel. Vielleicht würde das ja doch noch was werden, mit meinen Nordlichtern?
Ich zog mich also wieder an und ging nach draussen, Richtung Rhein, weg von den Häusern und deren Lichtern. Hinter dem Schwarzwald sah ich Lichter wabbern. Nur: Nordlichter waren das nicht. Ein weiteres Gewitter zog dort vorbei. Beziehungsweise: Eben nicht! Die Zelle kam auf mich zu, einiges schneller, als ich gedacht hatte.
Und so kam es, dass ich zwar nächtliche Lichter fotografierte, aber definitiv keine Polarlichter. Und dabei auch von einer kostenlosen Freilanddusche profitierte.
Polarlichter schaute ich dann trotzdem – Internet sei Dank. Und meine Hoffnung gebe ich nicht auf: Irgendwann werde ich dieses Naturwunder wieder live erleben können.

