27.8.2025 Halt den Latz!

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Nachdem ich beim Vorbeigehen im Park Himmelrych schon etwas “geglüsselt” hatte, wenn die Leute vom Latz am Proben waren, war es gestern Abend Zeit für Rolf und mich, uns das Spektakel anzusehen.  Vorher trafen wir uns aber noch zu einem feinen Znacht im Schwert, um uns zu stärken und zu plaudern, da wir uns schon ziemlich lange nicht mehr getroffen hatten.

Die Wetterprognosen hatten für 18 Uhr Regen und Hagel angekündigt, der aber glücklicherweise ausblieb. Und auch der per 22 Uhr angekündigte Niederschlag liess sich etwas länger Zeit, so dass wir den Abend trocken geniessen konnten.

Wobei es für die Zuschauenden auch der kommenden Tage gut aussieht, trotz Wetterprognose: Die Tribüne ist, im Gegensatz zur “Bühne” nämlich gedeckt.

Gespielt wird dieses Jahr Volpone, in einer Eigenbearbeitung, die für sprachaffige Menschen ein Feuerwerk an neuen Schimpfwörtern bietet. Ich rate euch dringend, die aus dem Programm fotografierte Seite  (siehe Slide-Show) zu vergrössern und zu lesen, wenn ihr euch inspirieren wollt für allfällige Verbal-Scharmützel 🙂

Zum Stück selber will ich nicht zu viel verraten, schliesslich wird Freitag, Samstag und Sonntag noch einmal gespielt. Aber so viel muss sein:

Die Aufführung ist ein Genuss!

Die eigens angefertigten Halbmasken unterstreichen, für mich eher überraschend, die Mimik der Spielenden mehr, als sie diese einschränken. Die bunten Kostüme und die elegante Beleuchtung schaffen stimmungsvolle Bilder.

Aber am Eindrücklichsten ist, einmal mehr, die Leistung der Darstellerinnen und Darsteller. Wie beim Latz üblich, müssen Geschlecht der Rolle und Geschlecht der Spielenden nicht zwingend übereinstimmen. Was, im Falle der wunderschönen, keuschen Colomba zu zusätzlichen Lachern führt …

Denise Dietrich als Volpone und Daniela Widmer als Mosco überzeugen in den Hauptrollen und harmonieren aufs beste miteinander. Aber auch die übrigen Rollen sind grossartig besetzt und erhielten zu recht viel Szenenapplaus.

Das Original des Stückes, aus dem 16. Jahrhundert, wirkt in der gebotenen Fassung beängstigend aktuell. Und absolut sehenswert!