Ein Vorteil meines neuen Daseins als Pensionärin: Ich brauche kein schlechtes Gewissen zu haben, wenn ich während der grössten Hitze und den höchsten Ozonwerte Siesta mache. Und da mein Schlafzimmer nach hinten rausgeht, wo es keine direkte Sonneneinstrahlung hat, ist es da im Vergleich zum Wohn-/Arbeitsbereich doch etwas kühler.
Nimmt man Onkel Dyson dazu und schliesst die Augen, kann sich das wie der Wind am Strand anfühlen. Es kann einen aber auch, so wie heute, in die Kindheit katapultieren:
Die eine Minute liege ich auf meinem Bett – die andere finde ich mich, vielleicht sieben Jahre alt, auf den Steinplatten beim Schwimmteich bei den Grosseltern in Grenchen wieder.
Dieser Schwimmteich war eigentlich kaum mehr als ein in den Boden eingelassener Brunnen – vielleicht 3 Kinder lang und knapp 2 Kinder br
eit. Ich weiss nicht, wie häufig wir da drin waren, aber ein paar schöne Erinnerungen daran habe ich schon.
Und für mich als Wasserratte, Sternzeichen Fisch, war das natürlich das Paradies. Nur Fotos habe ich keine aus dieser Zeit, da müssen ersatzweise andere Bilder im Wasser zur Illustration ran.
Wenn wir da rein durften, blieben wir drin, bis die Zähne klapperten und die Lippen blau waren – und behaupteten immer noch, dass wir überhaupt nicht kalt hätten, nämlich!
Irgendwann setzten sich die Erwachsenen dann aber durch, und dann legten wir uns auf die sonnengewärmten Platten, um uns lufttrocknen zu lassen. Dann hörte man den Wind in den Bäumen und das Plätschern des einlaufenden Wassers, und wenn man das Ohr direkt auf die Platten presste, das Rauschen des Blutes im eigenen Kopf. Schräg, woran ich mich nach so vielen Jahren erinnere …
Der durchs Planschen aufkommende Hunger wurde in Grenchen auch sehr kinderfreundlich gestillt:
Links vom Haus, unter den Lindenbäumen, gab es Walderdbeeren zum Naschen, hinter dem Haus Stachelbeere-Bäumchen, Johannisbeerstauden, Himbeeren, mindestens je ein Kirschen- und Zwetschgenbaum, dahinter ein Gemüsegarten, wo es, mit etwas Glück, Radieschen oder Rüebli zu naschen gab, die man nur kurz im Brunnen abschwenken musste, vor dem Essen.
Wunderbare Erinnerungen, die meine Siesta heute auslöste.
Zurück in meiner Zeit musste ich mich allerdings anders verköstigen, Aber ein Stück Melone ist ja auch nicht zu verachten …


Ja, Sprünge in die Vergangenheit tun immer gut- Meinerseits müsste ich einen Riesensprung machen und die Rückkehr in die Wirklichkeit könnte mich ermüden also muss ich auch hier vorwärts schauen.
Daddy