5.8.2025 The Disciplined Mind

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Seit letzten Samstag bin ich in einem Onlinekurs, bei dem es darum geht, seine Gedanken und die inneren Stimmen zu zähmen. Das Thema ist nicht völlig neu für mich, war in meinen 30-er-Jahren während der Therapie schon aktuell. Finde es aber immer noch spannend.

In der ersten Lektion ging es um Fragen wie:

  • Wer sind diese Stimmen? – Ich können sie ja nicht sein, denn ich höre ja zu …
  • Was für Funktionen haben die Stimmen? – Erzähler, Kritiker, Coach …?
  • Machen sie mir das Leben leichter oder schwerer – oder jammern sie einfach? – Mal beobachten …

Ausgangslage des Ganzen:

Der erste Gedanke ist ein Reflex, und der bestimmt das Gefühl, das damit verbunden ist. Das können wir nicht kontrollieren. Aber: Ab dem zweiten Gedanken haben wir theoretisch die Wahl, was wir denken. Muss aber trainiert werden, damit man nicht auf die Gedanken-Autobahn kommt.

Klingt theoretisch, kennen wir aber alle:

Blick aus dem Fenster, es regnet. Erster Gedanke: Mist!

Zweiter Gedanke könnte dann  sein:
Aber ich wollte doch eine Velotour machen! 3. Gedanke: Immer regnet es, wenn ich … -> Spirale nach unten, Jammern.

Mit etwas Übung ist der zweite Gedanke:
Dann mache ich heute wohl am besten meine Büroangelegenheiten, dann sind die vom Tisch. 3. Gedanke vielleicht: So bin ich flexibel, falls es morgen schön ist …

Was mir bis jetzt aufgefallen ist:

  • Jammern tue ich eigentlich wenig.
    Bin aber auch nicht so viel um Menschen, und jammern allein ist irgendwie doof …
  • Den grössten Teil des Tages ist bei mir die innere Sängerin am Werk:
    Ich summe sicher 70 % der Zeit, in der ich wach bin.
  • Ich bedanke mich laut (!) bei Dingen, Pflanzen, Insekten:
    Bei der Kaffeemaschine, wenn der Kaffee fertig ist; bei einer Feder am Boden, als Gruss von meinem Schutzengel; bei der Hummel auf dem Lavendel, die ich fotografiert habe …
  • Ich entschuldige mich laut (!) bei Dingen, Pflanzen, Tieren:
    Wenn ich mich an einem Tisch stosse; eine Pflanze beschneide; einen Vogel beim Spazieren aufscheuche …
  • Die stärkste Stimme scheint bei mir die innere Autorin zu sein:
    Auch wenn ich nicht tatsächlich schreibe, entwickle ich innerlich Blogposts oder Geschichten.

Bin gespannt, wie das weitergeht.