AidaVita 2019 – Tag 14

Seetag

Seetage sind wunderbar – nicht nur zum Faulenzen, sondern um Menschen zu beobachten. Die gibt es hier von splitterfasernackt, auf Deck 11, gleich über der Sauna, bis zu dick eingepackt, mit Jacke, Wolldecke oder Badetuch. Gesichter – und mehr – in allerlei Rotschattierungen, wobei man sich unweigerlich fragt, wie gewisse Menschen geschlafen haben oder schlafen werden. Ich zähle zu der leicht bekleideten Fraktion, jedenfalls seit Mittag, habe mich aber kurz nach zwei selber aus der Sonne verbannt, weil ich meine rechte Hand und das Décolletée nicht schon wieder strapazieren möchte.

Ich habe mir in der Hemingway-Lounge ein weiteres Buch geholt, eine Biografie von Paula Becker-Modersohn. Wunderbar geschrieben, berührt mich ohne Ende.

Auch berührt – und fast umgehauen – hat mich Benny, der junge Mann, der mich bei meinem Schottlandausflug adoptierte hatte. Die letzten zwei Tage war er mehrheitlich auf der Kabine, weil er verschnupft und leicht fiebrig war, aber heute ist er ganz offenbar wieder auf dem Damm: Zusammen mit seinen Eltern und weiteren Mitreisenden spielte er mit viel Vergnügen Shuffleboard. Er darf, im Gegensatz zu den anderen SpielerInnen, sooft anschieben, bis der Stein innerhalb der Markierungen liegt, und freut sich diebisch, wenn seiner am besten liegt. Noch mehr aber freut er sich, als er mich unter den Zuschauenden entdeckt: Er lässt alles fallen, ruft „Frau!“ Und stützt sich in meine Arme 🙂

Das sind Momente, die kann und muss man nicht fotografieren –  die brennen sich ins Herz ein.

Seetage sind auch – pardon the French – Fresstage: Das geht am Morgen mit dem Frühstück los, ging heute um halb zwölf mit Freibier und Snacks auf dem Pooldeck weiter, parallel dazu hatten aber natürlich auch die Restaurants geöffnet. Um 15 Uhr dann Kaffee und Kuchen, ab 17.30 Uhr feiern wir hier Seemannssonntag  – und ja, der ist jeweils am Donnerstag:

https://de.wikipedia.org/wiki/Seemannssonntag

Gefeiert wird, natürlich, mit Tranksame und was zu Essen. 19.30 beginnt die Happy Hour, dazwischen sollte man zum Abendessen gehen, denn bereits um 21 Uhr gibt’s den Farewell-Sekt auf dem Pooldeck. Da klingt es fast ein wenig hämisch, wenn der Edutainer Harry Sehr heute seinen Workshop gibt: Abnehmen ist einfacher als Sie denken. Zeitlich geschickt übrigens so, dass keines der Gelage ausgelassen werden muss …

https://www.harrysher.de

Ich bin, wie bisher auch, sehr selektiv unterwegs. Nur den Farewell-Sekt werde ich auf jeden Fall mitmachen, denn ich habe einige Mitarbeitende für das Lächeln der Reise nominiert und will wissen, wer gewinnt – und warum.

Und dann, quasi als letzte Amtshandlung des Tages, darf ich meinen Stick mit allen Fotos abholen!

Tja, von meinen Nominierten hat leider niemand gewonnen. Aber Cynthia von der Security ist definitiv eine würdige Siegerin! Nach jeden Landgang hat sie uns herzlich unten an der Gangway begrüsst, und von vielen, auch von mir, hat sie sich sogar den Namen gemerkt. Sie hat eine Urkunde gekriegt und einen Wunsch frei 🙂

Ein paar witzige Zahlen gab’s zum Schluss noch, konnte mir nicht alle merken oder notieren: Verspeist hatten wir offenbar insgesamt 40’700 Eier, Getrunken (alleine in den Restaurants) insgesamt über 11’000 Liter Bier, Weisswein und Rotwein. Macht im Schnitt 10 Liter pro Nase, Kinder eingerechnet. Irgendjemand hat meinen Anteil abgekriegt, mehr als ein Glas pro Tag war es bei mir nicht, an manchen gar keinen.

Stimmung beim Abschied war übrigens traumhaft, ein weiterer Sonnenuntergang wie aus dem Märchen. Die meisten Gäste hatten viel zu viel warme Kleider dabei, weil wir uns alle auf schlechteres Wetter eingestellt hatten. Richtig nass wurden wir allerdings nur in Dublin, dazwischen gab es tagsüber nur wenige Spritzer. Wellenhöhe ging nie über 2 Meter – von Schaukeln daher keine Spur. Und so wie das aussieht, wird sich heute Nacht daran nichts ändern …

P.S: Dank Liveticker der AZ konnte ich auch dies verfolgen:

9 Gemeinden sagen Ja zur Fusion

Ein Gedanke zu „AidaVita 2019 – Tag 14

  1. Alles hat ein Ende und das muss gefeiert werden!
    Ich wünsche noch einen schönen Flug und danke für die interessante Reisereportage mit den vielen Bildern.

    Daddy

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