3.6.2025 Müssen Wunder blau sein?

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In den Tagen zwischen der ersten Idee zum «Jahr der kleinen Wunder» und dem Beginn der Umsetzung habe ich bereits gemerkt, wie dieser Fokus die Art und Weise verändert, wie ich durch den Tag gehe.

Es ist ein wenig wie mit der Dankbarkeitsübung, die einige von euch sicher kennen: Vor dem Einschlafen zählst du mindestens drei Dinge auf, für die du an diesem Tag dankbar warst. Beides legt den Fokus auf Positives, wobei dir Wortwolke um «Wunder» ja durchaus auch Begriffe wie «wunderlich» kennt, was durchaus auch schräg, befremdlich sein kann …

In der Wortwolke zu «Wunder» findet sich aber noch mehr: Blau, zum Beispiel:

Quelle:  https://www.dwds.de/wb/Wunder

Aber warum sind Wunder blau? Und wieso ist das eher nicht so gut?

Die Redewendung, «sein blaues Wunder erleben», ist alt, wie ich schnell herausfinde. Und hat nichts, wie ich erst vermutet hatte, damit zu tun, dass jemand grün und blau geschlagen wurde, der Mist gebaut hatte. Blau habe als Farbe der Täuschung gegolten, wie auch Redensarten wie «das Blaue vom Himmel lügen» oder «jemandem blauen Dunst vormachen» belegen.

Wieso ausgerechnet blau? Man könnte ja auch das Grüne vom Gras lügen, das Rote von den Tomaten oder das Weisse vom Schnee?

Der Duden offeriert dazu eine Erklärung aus der Tuchfärberei:

Gewisse Farben reagierten mit Sauerstoff und veränderten die ursprüngliche Farbe zu blau. In diesem Fall erlebten die Färber also buchstäblich ein blaues Wunder.

Dennoch finde ich: Wunder können auch eine andere Farbe haben. Zum Beispiel weiss, mit einem schwarzen Punkt auf dem Rücken, und einem schwarzen Schwanz.

Wie mein Bacciolino, der als verschrecktes Fellknäuel zu mir kam, und heute so grosses Vertrauen in mich hat, dass er bei echten oder scheinbaren Gefahren nicht mehr immer unters Bett verschwindet, sondern zu mir kommt.

Und dann, so wie gestern, unweit von mir liegenbleibt und schläft,  auch wenn im Haus gebohrt oder gehämmert wird. Weil er weiss: Ich passe auf ihn auf.