Nach dem Mittag erreichbar wir Bodø. Erstmals auf dieser Reise kamen meine Spikes zum Einsatz, auch wenn wir nur kurze Strecken zu Fuss gingen. Per Bus gelangten wir zu einem Sami-Gehöft, wo uns die Rentierhirtin Anna Margaretha mit Angel begrüsste, einem vierzehnjährigen, handzahmen männlichen Rentier, das sie seinerzeit mit dem Schoppen grossgezogen hatte. Er liess sich ausgiebig kraulen, was Wildtiere nie zulassen würden.
Ein paar weitere Tiere hält sie in einem Gehege – alle mit speziellen Bedürfnissen. Einige können später zurück zur Herde, andere müssen hier bleiben, weil sie besondere Pflege brauchen – zum Beispiel täglich Chagatee gegen Husten. Der Pilz, der an Birken wächst, wird zwischen Mitte und Ende Juni, also im Spätfrühling, an möglichst abgelegenen Orten ohne Luftverschmutzung geerntet und getrocknet. Er hilft, gemäss der Grossmutter, von der Anna Margarethe gelernt hat, gegen alle menschlichen Gebrechen. Und bei ihr eben auch hustenden Rentieren …
Geduldig beantwortet sie uns, während auch wir in der warmen, leicht rauchgeschwängerten Luuvva dieses leicht bittere Getränk geniessen, Fragen zur Kultur der Sami, zu deren Religion, zur Sprache oder zur Kleidung.
Betroffen machten ihre Erklärungen zu den speziellen und sehr persönlichen Gesänge, Joik, die den Menschen während der Verfolgung der Samikultur genommen wurden.
Jris und ich waren sehr berührt von diesem Ausflug zu den Sami.
Knut war übrigens auch wieder mit dabei!
Znacht war einmal mehr sehr fein – und flexibel sind sie auch: Jris hat Bluko elegant umschifft …


