Die Quelle zum Glück

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Der Slogan von Leukerbad ist im Falle meines Vaters trügerisch: Seine Quelle zum Glück war für Jahrzehnte das Wandern. Von daher erstaunt es niemanden, dass wir heute nach dem Frühstück zuerst einen kleinen Spaziergang zum Haus Fortuna machten, wo er und Mami vor vielen Jahren gewohnt hatten, als Mami hier zur Kur war. Während diese sich im Bad verwöhnen liess, war Daddy noch auf den Brettern …

Anschliessend liessen wir uns vom Bus zur Gemmibahn bringen. Diese ist in unserem Arrangement inbegriffen, wir können da jeden Tag einmal hoch und runter, wenn wir wollen. Für uns ging es damit locker hoch auf den Gemmipass, einem Ort mit einer langen Geschichte.

Andere machen es sich weniger einfach:

Die Via ferrata ist der längste Klettersteig der Schweiz, mit 2 Varianten die von K5 bis Extreme Difficult gehen. Wir haben ganz oben ein paar Mutige rumkraxeln sehen. Etwas weniger anspruchsvoll ist der Erlebnisklettersteig:

“Die Mischung aus Klettersteig und Seilpark-Elementen macht den Erlebnisklettersteig in der Gemmiwand zum idealen Einstieg für unerfahrene Alpinisten, auch wenn der Schwierigkeitsgrad im mittleren Bereich liegt. Damit ist er für sportliche Personen jedes Alters ideal.

(…) Highlights sind die 65 Meter lange Seilbrücke oder die 20 Meter hohe Drehleiter. In der Schweiz ist die vertikale Routenführung entlang der horizontalen Felswand einmalig.”

Mit Verlaub: Für mich sah das immer noch gfürchig aus! Und selbst der “normale” Wanderweg mit seinen schmalen Spitzkehren, direkt in den Felsen gehauen, hätte mich wohl an meine Grenzen gebracht.

Die Alternative: Rauf und runter per Velo ist hier übrigens auch sehr beliebt. Ein paar “Verrückte” (meine Einschätzung) sahen wir auf der Talfahrt. Und, wie die historischen Berichte zeigen, andere Menschen machten sich auch über die Gemmi-Besucher lustig. Am meisten Respekt genoss da noch ein Kater, Tomba.

Aber: Der Ausblick da oben ist herrlich! Die Bewölkung hatte sich im Verlaufe des Morgens aufgelockert, so dass wir das Panorama geniessen konnten. Die Wege sind da oben allerdings recht schwierig zu begehen: Viel Geröll, wenig Kontrast, was uns bewog, den Abstecher zum Daubensee nach wenigen Schritten abzubrechen und im Restaurant einen Kaffee zu geniessen.

Dafür machten wir dann auf dem Weg von der Talstation zum Hotel Alpenblick eine kleine Zusatzschlaufe via Campingplatz und Sportarena, bevor wir uns im Hotel eine wohlverdiente Pause gönnten. Und stellten dabei etwas verblüfft fest, dass es in den Pfützen von letzter Nacht mehr Wasser hat als im Bachbett …

Um14:30 spazierten wir, wie wir das am Vortag gelernt hatten, im Bademantel zum Hauptausgang des Hotels raus, die Strasse hoch, vielleicht 200 m, zum Haupteingang der Therme.  “Einfach auf den Pfarrer aufpassen, den sollten Sie  lieb grüssen”, war die Anweisung, aber den haben wir nicht getroffen.

Entdeckt haben wir dafür das Vitalbad, die Grotte, das Kneippend und das Hallenbad mit Poolbar. Die gibt es erst seit rund zweieinhalb Jahre, und auch sonst hat sich offenbar seit Daddy letztem Besuch einiges verändert. Orientieren konnte er sich dennoch besser als ich – und ja, ich weiss, da liegt die Latte nicht sehr hoch. War dennoch beeindruckt.

Fotografieren ist leider verboten, von daher gibt’s nur ein Spiegelselfie in der Slideshow. Und ein Bademantelfoto von Daddy, mit Tröpfli. Der allerdings, wie ich inzwischen rausgefunden habe, gar nicht so heisst, sondern Thermi, und auf dem Torrent seinen eigenen Erlebnisweg hat. Den werden wir aber wohl auslassen, er ist rot-weiss-markiert und verlangt grössere Trittsicherheit, als Daddy und ich aufweisen.

Das Nachtessen war wieder sehr fein. Suppe und Hauptgang gabs wieder als halbe Portion – satt wurden wir beide aber reichlich. Die Energie reichte sogar noch für einen Abendspaziergang zum Hintereingang der Torrentbahn, inklusive reichlich Treppen durchs Parkhaus. Zur Belohnung sahen wir dann noch die Beleuchtung des alten Gemmiweges.

Um es mit Daddy Worten zu sagen: Wir haben den Tag bestens ausgenutzt.

 

 

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