El Gouna, Tage 5 und 6; Heimreise

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Ich stehe am Morgen sehr früh auf, geweckt durch die Sonne, und habe die Anlage praktisch für mich alleine … Die Leute, die gefeiert haben, sind ganz offenbar noch zu müde, um den herrlichen Sonnenaufgang zu geniessen. Zum Glück habe ich mir gestern noch ein neues Buch in der Bibliothek geholt, so kann ich mir nach meinem Morgenspaziergang den schönsten Platz aussuchen und gemütlich lesen. In der Bibliothek bin ich übrigens zum VIP aufgestiegen: Da ich jeden Tag ein Buch geholt und brav wieder zurückgebracht habe, darf ich mir jetzt einfach Bücher nehmen, auch wenn der Schalter gerade nicht bedient ist, und muss mich nicht mehr ein- und austragen. Jetzt allerdings ist die Eingangstür noch verschlossen, und so bin ich froh, habe ich vorgesorgt. Zwischendurch wage ich es wieder mit den Beinen ins Meer, aber zum Schwimmen wechsle ich dann doch lieber in den geheizten Pool, und mich befallen ernsthafte Zweifel, ob das mit dem Schnorchelausflug für Donnerstag wirklich so eine gute Idee war …

Zurück an meinem lauschigen Strandplätzchen besucht mich die Hochschulprofessorin aus Moskau, die ich beim Cocktailempfang kennengelernt habe. Wir plaudern lange, obschon sie sich immer wieder entschuldigt, ihr Deutsch sei so schlecht – sie verstehe zwar alles, was ich sage, habe aber nicht die Worte, um mir ausführlich zu antworten. Ich versuche sie zu trösten, dass wir, wären wir auf meine Russischkenntnisse angewiesen, einander nur zuprosten und überhaupt nicht unterhalten könnten, aber das scheint sie nicht zu beruhigen. Sie erzählt mir, dass sie fast jedes Jahr Verwandte in Deutschland besucht und fragt, ob wir uns vielleicht das nächste Mal, wenn sie da ist, treffen könnten? Am liebsten in der Schweiz, wenn das mit ihrem Visum möglich sei, oder sonst halt ennet der Grenze, da ich ja nicht weit davon wohne. Sie würde sich auch freuen, wenn ich sie mal in Moskau besuche, aber das sei wohl etwas gar weit weg. Na ja: Ich war noch nie da, schaffte es nur bis Petersburg … Wäre wieder was für meine Bucket List!  Leider muss sie sich bald darauf verabschieden, sie fliegt zurück – von 25 Grad Plus auf 25 Grad Minus! Ihr Mann wird ihr einen Mantel an den Flughafen bringen. Ein echter Kavalier, obschon eine Heizdecke hier wohl dienlicher wäre!

Ich aber geniesse die Sonne, gönne mir zwischendurch einen Snack am Pool, dann ein eher frühes Nachtessen und gehe recht früh schlafen, da ich am nächsten Morgen noch vor 7 aufstehen muss. Der Tag meines Schnorchelausflugs beginnt wieder mit einem herrlichen Sonnenaufgang, und es ist erfreulich windstill. Nach einem Minifrühstück packe ich meine Siebensachen und warte auf den Guide, der mich abholen soll. Wir besuchen 3 Hotels und fahren dann zur Marina von Hurghada, wo die Schiffe warten, um uns zur Insel Giftun zu fahren. Dort gibt es zwei Strände, Paradise und Mahmya, zu Deutsch Naturschutzgebiet. Die Schiffe werden sprachgetrennt gefüllt, so dass ich mit lauter Schweizern und Deutschen zusammen bin. Die Stimmung auf unserem Boot ist gut und locker, so dass es eine kurzweilige Fahrt wird. Am Strand können wir es uns bequem machen und eine erste Runde individuell Schnorcheln. Die Korallenbänke sind hier viel kleiner als in Sharm el Sheikh, die Sicht ist heute nicht ganz so gut, aber ein paar schöne Fische kriege ich doch vor die Linse. Nur spinnt meine Kamera nach 3 Bildern, und nach diversen Rettungsversuchen bleibt mir nichts anderes übrig, als einen komplett neuen Film einzuspannen. (Unterwasserbilder folgen, sobald ich die Bilder habe).

Gegen 12 Uhr fahren wir etwas weiter raus, zu grösseren Korallenriffs im Naturschutzgebiet. Die Boote ankern auf der einen Seite des Riffs, der Guide schwimmt zielstrebig voran, auf die andere Seite, und entfernt sich für meinen Geschmack viel zu weit vom Boot. Auch wenn da noch schönere  Fische und mehr Sorten zu sehen sein sollen, bleibe ich lieber etwas näher beim Schiff. Denn hier im offenen Meer ist das Wasser nicht nur kühl, wie am Strand, sondern kalt, und ich habe Angst vor einem Krampf. Eine Mutter, die regelmässig taucht, bleibt mir ihren Kindern auch eher in der Nähe – sie meint auch, wenn etwas passiere, könne der Guide da draussen mit so vielen Menschen nicht viel ausrichten, und das einzige Motorbötchen, das für alle Schiffe zur Verfügung steht, ist eher weit weg. Immerhin sehen wir auch hier ein paar Prachtexemplare und teilweise wunderschöne Korallen. Aber an Sharm kommtauch dieses Gebiet meiner Meinung nach nicht ran.

Nach der Rückfahrt zur Insel, gegen halb zwei, gibt es Mittagessen vom Buffet. Kein Hummer, wie auf der Webseite so appetitlich abgebildet, aber eine schöne Salatauswahl, Pasta, Reis, Poulet, Lamm und Fisch, als Dessert eine Orange. Danach haben wir wieder Zeit zur freien Verfügung, zum Sonnenbaden oder noch einmal Schnorcheln. Ich überlege kurz, ob ich besser das T-Shirt zum Schnorcheln anbehalten sollte, entschied mich aber dagegen: Das Ding klebt immer so hässlich an einem, und schliesslich haben wir ja Winter … Na ja, nach meiner Rückkehr zeigte mir mein Rücken deutlich, dass mein erster Impuls wohl der richtige gewesen wäre! Zum Glück hatte ich genug Feuchtigkeitscreme dabei, so dass ich ein Badetuch einschmieren und mich drauflegen konnte, was das Schlimmste verhinderte. Jetzt sehe ich nur noch aus wie ein Marzipanschweinchen.

Auf der Rückfahrt hielten wir, wie bereits auf der Hinfahrt, Ausschau nach Delfinen. Der Guide hatte uns eine Sichtung mit 90% Sicherheit versprochen. Der sollte definitiv nicht Lotto spielen! Je nu, die Abendstimmung war trotzdem schön, und ich unterhielt mich blendend mit den 2 Kindern und ihrer Mutter.

Beim Eindunkeln waren wir zurück im Hotel, und nach einer grösseren Entsalzungs- und Entsandungsaktion (ich hatte Sand an Körperstellen, die dafür echt nicht vorgesehen sind, da es mich beim Rausgehen am Strand rückwärts hingelegt hatte) war ich bereit fürs Abendessen und etwas Shopping: Ich hatte Monika einen Kaftan versprochen, und für meine beiden Mädels hatte ich auch was erspäht. Zurück auf dem Zimmer packte ich die trockenen Sachen ein, die anderen drapierte ich gut sichtbar im Zimmer, dann ging ich schlafen. Zum Glück bin ich eine Seitenschläferin, sonst hätte ich wohl rot gesehen!

Freitagmorgen, wieder ein Prachtssonnenaufgang, und ich bin etwas hin- und hergerissen, ob ich nun heim will oder nicht. Ich fühle mich gut erholt, aber das Wetter wäre schon ein Grund um hier zu bleiben. Dennoch packe ich meine restlichen Sachen ein, bringe mein flauschiges Badetuch zurück, gehe frühstücken und auschecken. Wir sind sehr früh am Flughafen, aber es hat sehr viele Leute, so dass die Einwanderungskontrolle etwas dauert. Dennoch bin ich viel zu früh am Gate – was allerdings den Vorteil hat, dass ich noch etwas essen und trinken kann, denn das Essen im Flieger würde wohl kaum besser sein als auf dem Hinflug. Dann lese ich etwas und amüsiere mich über die Durchsagen: Der Flug nach Stuttgart will 45 Minuten früher raus, aber die Leute kapieren offenbar die Dringlichkeit der in holprigem Englisch geäusserten Aufforderungen, sofort ans Gate zu gehen, nicht. Es gibt fast ein Dutzend letzte Aufrufe, bis einer auf die Idee kommt, einem der deutsch sprachigen Guides das Mikro in die Hand zu drücken und die Leute namentlich aufzurufen, die noch fehlen. Aber ob der zum Schluss alle mitnahm, bleibt fraglich … Wir jedenfalls konnten pünktlich einchecken und den Bus besteigen, Dieser drehte sich einmal um seine Achse, so dass wir auf der anderen Seite wieder aussteigen konnten, und da war auch schon der Flieger. Das hätte sogar ich zu Fuss geschafft! Diesmal gab es bis zur Mitte des Fluges gar nichts zu trinken – die Getränke wurden direkt mit der Essensausgabe kombiniert. Nach dem Reinfall mit Chicken entschied ich mich mutig für Beef – aber auch dieses Vieh wurde beim Kochen ein zweites Mal getötet, und die pampige Pasta dazu riss das Niveau weiter runter. Ich weiss ja, dass Air Cairo von Hotelplan kurzfristig als Ersatz für hello angeheuert wurde, und sicher ist es besser, überhaupt einen Flug zu haben, als zuhause im Grauen zu sitzen, aber diese Airline gewinnt definitiv keine Preise für ihr Gastrokonzept. Immerhin haben wir diesmal einen ruhigen Flug, ohne Turbulenzen, und landen pünktlich in Zürich.

Monika. die beste aller Tanten, erwartet mich am Ausgang, so dass wir zuerst gemütlich Kaffee trinken und plaudern können, bevor ich dann heim zu meinen Tigern fahre. Pumuckel ist ganz aus dem Häuschen und will eine gute halbe Stunde lang nur knuddeln. Schön!