Faulenzen und geniessen

Tag 3 auf Zakynthos

Die letzte Nacht war kurz – bzw. verschoben: Die Party-People waren extrem laut, so dass ich kurz nach Mitternacht sogar bein der Réception reklamierten (und ja, ich werde alt …). Kurz nach eins war dann Ruhe, und ich schlief bis kurz nach acht – was gut war, denn offenbar hatte es am Morgen geregnet. Als ich aufstand, war es nur noch bewölkt – für  mich ein Zeichen des Universums, dass ich heute ohne schlechtes Gewissen einen faulen Pooltag einlegen konnte. Sollte es wieder regnen, wäre ich schnell auf dem Zimmer …

Also machte ich es mir nach dem Frühstück am Pool gemütlich, las und schrieb – und hüpfte zwischendurch in den Whirlpool. Wobei „hüpfte“ stark übertrieben ist: 19 Grad sind für den Bauchnabel einer thermalbadverwöhnten Zurzacherin doch eher eine Herausforderung …

Als immer mehr Gäste auftauchten und es immer lauter wurde, zog ich mich auf meinen Balkon zurück. Allerdings war es auch hier sehr laut, so dass ich meine neuen, angeblich viel besseren Ohrstöpsel ausprobierte. Die Dinger haben eine etwas gewöhnungsbedürftige Form, sind aber der Hammer. Diese Investition hat sich definitiv gelohnt!

Gegen Abend – das Wetter hatte sich erstaunlich gebessert – zog ich mich an und spazierte nach Laganas. Eigentlich hatte ich vor, heute die linke Seite des Strandes zu erkunden, aber dann sah ich ein Schild, das auf eine Taverne mit Musik und Tanz hinwies, nur 950 m entfernt, und entschied spontan, den Wegweisern zu folgen. Der Weg führte durch einen Olivenhain, leicht aufwärts, war meiner Meinung nach eher länger als 1 Kilometer, aber angenehm zu gehen. Und die Taverne war alles, was fpr mich Griechenland ausmacht: Ein schönes Haus, ein wunderbarer Garten, umgeben von Olivenbäumen, wunderbare Gastgeber und feines Essen. Ich genoss die Ruhe – im Gegensatz zu Laganas plärrten hier keine Lautsprecher, die „Musik“ kam von Grillen, Vögeln und dem Wind, nur ab und zu fuhr ein Auto oder ein Motorrad vorbei.

Die Taverne Sarakina hat eine lange Tradition und ist Umgeben von historischen Ruinen. Als Gastgeber amtet Nico, sein Vater – wohl um die 80, an ein Ssuerstoffgerät angeschlossen, sitzt an einem Tisch neben dem Eingang zur Küche und ist für die Kasse zuständig. Bei der Bedienung hilft ein junger Mann – könnte ein Sohn sein, bin mir aber nicht sicher. Die Karte ist recht gross, es gibt aber auch ein typisch griechisches Menü für 13 Euro – zur Wahl stehen jeweils 6 bis 8 Gerichte: Vorspeise, Hauptgang, Salat und Dessert. Ich entscheide mich für Tzsaziki, Moussaka, einen gemischten Salat und Käse Die Portionen sind riesig, und da es als Begrüssung zusätzlich 3 wunderbare Crostini gibt, komme ich an den Anschlag – obschon ich von Anfang an die Beilagen gestrichen habe. Das Moussaka ist wohl das beste, das ich je gegessen habe – wunderbar fluffig und leicht. Zu Vorspeise und Hauptgang trinke ich ein Glas trockenen Weisswein aus der Region, zum Käse einen leicht süsslichen Rotwein. Dazwischen plaudere ich mit Costa und Gästen aus York, die schon 2011 mal hier waren und sich sehr freuten, dass das Sarakina – so heisst die Taverne – noch genau so ist, wie damals.

Nur das mit den Tänzen wird heute nicht klappen, das hat Costa mir erklärt, noch ehe ich bestellen konnte: Einer der Tänzer hatte sich vorgestern den Fuss verstauch, und da es unter der Woche meist eher ruhig sei, hat er ihm freigegeben, damit er sich erholen kann. Am Samstag werden sie aber wieder da sein – und wenn ich will, holt mich sogar ein Kleinbus ab, dann müsse ich nicht wieder den ganzen  Weg gehen.

Die Musiker waren aber da, zwei Männer, beide wohl um die 70. Einer spielte eine wunderbar dekorierte Buzuki, der andere Guitarre, und die Finger sausten nur so über die Saiten. Gefiel mir sehr gut! Habe für Samstag einen Tisch reservieren lassen – möglichst nahe  bei der Tanzfläche, damit ich ungestört fotografieren kann.