Frauenlauf Bern 2015

Immerhin: 5 km Walking unter 52 Min!

Wer hier regelmässig mitliest oder mich in den letzten Wochen gesehen hat, weiss, dass dieses Jahr meine Laufplanung ziemlich durcheinander geraten ist, seit mir am Chäsitzerlouf die Orthese gebrochen ist. Auf Grund der Umstände habe ich mich entschlossen, mich von 15 auf 5 km umbuchen zu lassen. Das hat mich zwar 10 Franken gekostet, aber extrem viel Druck rausgenommen …

So reiste ich gestern recht entspannt nach Bern, traf mich mit einem Freund und genoss das Flanieren in meiner alten Heimat. Auf dem Markt kaufte ich ein Pfund Seeländer-Kirschen und verspiess gut ein Drittel davon am späten Nachmittag im Hotel. Keine gute Idee, wie ich gegen Abend merken sollte! Die Dinger waren gross und süss – aber offebar ZU süss für mein Minimägelchen: Der Zuckeransturm führte zu einem Dumping, das sich gewaschen hatte. Mein Kreislauf rutschte irgendwo Richtung kleiner Zeh, und ich verbrachte bis 4 Uhr morgen ein paar üble Stunden. Als ich aufstand, grummelte mein Bauch noch ein wenig, aber es ging wieder einigermassen. Trotzdem hielt ich das Frühstück eher eiweisslastig – sicher ist sicher, und bei 5 km sollten meine Kohlenhydratspeicher noch reichen.

Danielle Cesarov & Lovey Wymann im Ziel des Frauenlaufes Bern, 2015

Danielle Cesarov & Lovey Wymann im Ziel des Frauenlaufes Bern, 2015

Vor dem Start traf ich mich kurz mit Danielle, meine Ex-Chefin bei ITSA und langjährige Freundin (sie schoss  später auch dieses hübsche Bild von uns beiden im Ziel). Die Stimmung war, wie eigentlich immer am Frauenlauf, hervorragend – und das Wetter massiv besser, als vorausgesagt. Entsprechend frohgemut zog ich los, angetrieben von tollen Bands, die auch dieses Jahr den Lauf belebten. Mein persönliches Highlight: Die Damen-Jazz-Combo an der Luisenstrasse, die uns mit „Your wonderful, your wounderful“ neuen Schwung gaben.

Schwierig waren für mich, einmal mehr, die Passagen bei den Getränken. Ich verstehe echt nicht, wieso die Leute ihren Becher einfach fallen lassen – wenn möglich noch halbvoll – und diesen nicht wenigstens an den Strassenrand schmeissen. Der Becherteppich, v.a. auf den Bsetzisteinen, ist extrem glitschig und provoziert Unfälle, nicht nur bei Menschen wie mir, die bereits behindert an den Start gehen. Zudem wäre es, gerade am Frauenlauf, auch unnötig, denn es gibt viele Abfalleimer und zahlreiche HelferInnen, welche die Becher gerne entsorgen – wäre wohl auch für sie einfacher, als dann die Pampe zusammenwischen zu müssen.

Was mich freute: Bis ca. 500 m vor dem Ziel haben mich nur wenige der bewaffneten Walkerinnen überholt. Und vielleicht hätte ich ihnen diesmal konditionell sogar entwischen können, wenn es nicht dieses letzte Stück ums Münster gäbe, mit den Bsetzisteinen, bei denen ich naturgemäss extrem aufpassen muss. So gab es leider wiederum keine Zeit unter 50 Min. – aber in Anbetracht der Umstände bin ich sehr zufrieden mit mir. Und ausser ein paar wenigen, dicken Tropfen bei Kilometer 4 blieb ich trocken!

Zur Belohnung gab’s zurück im Hotel Kreuz, wo ich einmal mehr logierte, feine Satay-Spiessli mit hausgemachten Pommes-Chips – ich hatte extrem Lust auf Salziges. 2 Öpfelchüechli mussten es dann aber doch noch sein – Kreuz ohne die geht gar nicht!

Da ich das Zimmer bis 18 Uhr gebucht hatte, konnte ich anschliessend gemütlich duschen und mich noch eine Stunde hinlegen, bevor ich die Heimreise antrat. Was den Vorteil hatte, dass auch der Zug nicht mehr so übervoll war … Und ich war dennoch vor dem grossen Regen zu Hause.

Alles in allem: Ein tolles Wochenende, ein guter, wenn auch kurzer Lauf – und die Freude, mich selber gut betreut zu haben.

Ach ja: Nächstes Jahr ist Jubiläum – 30 Jahre Frauenlauf. Bin gespannt, ob ich da mit meinem neuen Knie dabei sein werde …

Finisher-Clip