Galway – The Burren – Cliff of Moher – Dingle: Irland 2012

Nach den Frühstück verlassen wir The Branches und starten zu unserer längsten Etappe  – gemäss Programm ca. 250 Kilometer. Aus der Stadt raus kommen wir relativ ungeschoren, die ersten Kilometer  fahren wir einer schönen  Strasse entlang, bis wir ein Schloss entdecken: Dunguaire Castle. Wir besichtigten die Anlage von aussen und wollten gerade wieder gehen, als uns ein Herr darauf aufmerksam macht, dass die im Innenhof eben die Eingangstüre aufgemacht hätten, man könne das Ganze nun doch besichtigen. Also kletterten wir hoch und entdeckten einen schönen Bankettsaal, in dem regelmässig Mittelalterbankette durchgeführt werden, einen Salon aus dem 19. Jh. und ein Wohnzimmer aus dem 20.Jh. – der Turm war bis 1972 bewohnt. Eine kleine Türe führte nach draussen zu den Zinnen, aber da drehte ich gleich wieder um: Der Durchgang war so schmal, dass ich fürchtete, stecken zu bleiben. Aber eine ältere Dame, die hier offenbar seit Jahren putzt, meinte, ich passe da schon durch – und an den Seiten werde der Gang weiter. Und tatsächlich: Ohne Bauchgurt und mit hoch erhobener Kamera konnte ich mich durchzwängen!

Unser nächster Abstecher führte uns durch immer schmaler werdende Strassen und geteerte Feldwege zu The Burren Perfumery: Die Wege führen auf und ab, um spitze Kurven, durch Hecken, welche die Sicht versperrten – wir waren extrem dankbar, dass uns niemand entgegen kam! An manchen Stellen sah es aus, als ob die mit einer Art Schneefräse einen Weg durch das Gebüsch geschnitten hatten, an anderen Stellen fühlten wir uns wie auf einer Carrerabahn – und waren einfach nur dankbar, dass die Loopings fehlten. In der Parfumfabrik konnten wir zuerst einen Film über die Landschaft – geformt von der Eiszeit – ansehen, danach einen wunderbaren Kräuter- und Duftpflanzengarten besichtigen. Und natürlich haben wir auch eine Anzahl Düfte geschnuppert, und ich habe mir ein neues Eau de Parfum gegönnt. Anschliessend genossen wir wieder mal eine Kanne Tee – diesmal mit einem fluffig-weichen Brownie und einem Hafergebäck. Während wir es uns wohl sein liessen, brachte eine Frau frisch gebackene Brote, schnitt diese an (für andere Gäste), legte aber den „Mürgu“ immer zur Seite. Fran und ich tat das in der Seele weh, und wir bettelten sie an, uns diese Anschnitte zu geben – was sie auch tat, sogar mit einem Schälchen Butter. Und wenig später stellte sie uns, einfach so im Vorbeigehen, ein ganzes Tellerchen voller Mürgu hin 😉

Die Fahrt Richtung Cliff of Moher wurde  immer anstrengender,  es regnete, die Strassen waren teilweise sehr schlecht. Auch als wir ankamen, wollte sich die Sonne so gar nicht zeigen … Ich spazierte mit Franziska nur bis zur ersten Treppe, dann gab ich auf: Es war sehr windig, durch die Nässe rutschig, und es gab kein Geländer. Franziska aber kletterte bis zum Turm hoch und knipste reichlich Bilder, damit ich auch etwas davon hatte. Danke pfön!

Danach drängte ich aber zum Aufbruch: Gemäss Navi sollten wir noch über 3 Stunden Fahrt vor uns haben, und nun zog auch noch Nebel auf … Zum Glück lichtete dieser sich schnell, aber der Regen blieb uns treu – und das Navi führte uns auf immer abstrusere Wege! Irgendwann war ich so verunsichert, dass ich auf Google Map verifizierte, ob das wirklich so gemeint sein kann. Es konnte!

Auf abenteuerlichsten Wegen erreichten wir die Fähre bei Tarbert. Ich war etwas nervös, weil ich noch nie selber auf eine Fähre gefahren bin, aber wir meisterten das bravourös und hatten so endlich 20 Minuten Pause. Die Strasse auf der anderen Seite begann erstaunlich manierlich – breit und gut ausgebaut. Das änderte sich aber schnell: Baustellen mit einstreifiger Verkehrsführung, ohne Strassenbelag, immer enger werdende Strassen, dazu noch Velofahrer, die nebeneinander fuhren … Als ich gerade dachte, es könnte nicht mehr schlimmer kommen, kündigte mein Navi an, dass wir jetzt auf die Passstrasse einbiegen sollten! The Conor Pass ist dabei nicht irgend ein Pass – sondern der höchste, den Irland zu bieten hat. Immerhin verstanden wir nun, woher mein Navi die 3 Stunden hatte … Denn auch wenn die hier die Strassen meist mit einer Höchstgeschwindigkeit von 100 beschriften, konnte ich mit maximal 60 durch die schmalen und steilen Kurven fahren.

Zum Dessert fuhren wir noch durch Dingle durch, dann wieder einen Feldweg entlang bis auf die Farm, die unser Tagesziel war. An Riasc ist ein sehr spezielles B&B: Hier gibt es nicht nur Frühstück, sondern man kann auf Wunsch auch das Abendessen am Table d’hôte einnehmen, was wir natürlich gerne annahmen. Zusammen mit 2 Amerikanern und 2 Belgiern genossen wir ein herrliches Essen:  Zuerst Randensalat mit Feta und gerösteten Kürbiskernen, dann hatte Fran frischen Fisch mit Rüebli und Kartoffelstock, ich erhielt einen leckeren Rindseintopf. Alles perfekt serviert von der ca. 10-jährigen Tochter des Hauses, welche die perfekte Gastgeberin abgab. Zum Dessert gab’s Rhabarber-Crumble und Kaffee. Köstlich! Auch die Zimmer sind hier eine Freude: Gross, sehr liebevoll eingerichtet. Und im Bad hätten wir tatsächlich zu zweit Platz!

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Das Lied zum Tag

2 Gedanken zu „Galway – The Burren – Cliff of Moher – Dingle: Irland 2012

  1. Wir halten die Augen offen! Fran findet die Idee spitze und lässt dich grüssen!

  2. Dein Text und Deine Bilder könnten einem noch „glüschtig“ machen. Sollte in irgendwelchen Gemäuern ein Gespenst gesucht werden würde ich mich gerne gegen Kost und Logis melden.
    Ich wünsche Euch beiden noch eine glückliche Weiterreise.

    Papi

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