Der Gipfel zum Glück

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Nach einem feinen Frühstück machten wir uns bei schönstem Wetter auf Richtung Torrentbahn. Was zu Beginn hiess: Ein kurzer Spaziergang bergab, dann 182 Treppenstufen bergauf. Im Verlaufe des Tages kamen dann noch hinzu:

  • 21 runter 
  • 22 runter
  • 22 hoch
  • 24 runter

Mein Vater ist echt ein Phänomen!

Die Fahrten auf dieser Seite des Tales sind in unserem Arrangement nicht inbegriffen, aber mit der Hotelkarte gäbe es 10 % Rabatt. Dank Halbtax und GA profitierten wir sogar von 50 % Ermässigung, und die Tageskarte, die es für Hin- und Rückweg brauchte, gab uns gleichzeitig Zugang zu weiteren Bahnen.

Das Panorama da oben ist wunderschön, und die Sicht war sehr gut. Wir spazierten einmal um den kleinen Kunstsee, dessen Wasserstand wohl nur wenige Schneekanonen beglücken könnte, und genossen danach einen feinen Kafi, kurzärmlig, auf der Terrasse der Panoramabar. Und fuhren dann in der letzten von Von Roll gebauten Seilbahn zur Mittelstation.

 

Von der Terrasse aus konnten wir die waghalsigen Velofahrer beobachten, die hier 13 Routen zur Auswahl haben, von der klassischen Veloroute bis zu halsbrecherischen “Flows”.

Mit der Gondelbahn fuhren wir wieder hoch und “mussten” dann noch einen Kaffee geniessen, weil das Personal der Torrentbahn und die Arbeiter beim neuen Restaurant Mittagspause hatte.
Die Bahn gibt es übrigens seit 1971, 2022 wurden die neuen Kabinen mit Panoramafenster eingeweiht. Die Transportkapazität ist jetzt schon eindrücklich, soll mit dem neuen Masterplan aber noch erweitert werden.

Für uns reichte der Platz locker, wir konnten bei der Talfahrt sogar sitzen. Die erhoffte Rückfahrt mit dem Ringjet-Bus fiel allerdings aus, der fährt im Sommer nur alle 2 Stunden. Wir wählten aber den einfacheren Weg, aussen rum, mit nur wenigen Treppen, um uns im Hotel etwas zu erholen, bevor wir im Bad weitere Becken entdecken.

Wir begannen unsere Erkundungstour im Erlebnisbecken, auf Sprudelliegen, im “Hörnlikochtopf” und unter einem Wasserfall, wechselten dann ins Hallenbad mit den Massagedüsen und liessen uns auch heute die heisse Grotte nicht entgehen – brav 3×2 Minuten, wobei Daddy die kalte Abkühlung bis zum Hals durchzog, ich mich aber auf Füsse und Hände beschränkte. Zum Abschluss gönnten wir uns die beiden Kneippbecken.

Inzwischen habe ich auch einiges über das Thermalwasser herausgefunden: Die Quellen liefern täglich über vier Millionen Liter warmes Wasser. Und das seit der Römerzeit … Wobei die Kuren früher irgendwie anders aussahen:

“Wie Gabriele Knoll in ihrem Standardwerk «Badebüchlein Leukerbad» festhält, war das Thermalbaden in Leukerbad im 16. Jahrhundert von vielen Regeln geprägt. Bademediziner verordneten Heilungsuchenden bis zu 200 Stunden Thermalkur. Die Kurgäste badeten deshalb während bis zu 10 Stunden am Tag und verrichteten dabei auch noch andere Tätigkeiten wie Essen oder Spielen. Dabei waren sie bekleidet oder nackt, trugen aber in jedem Fall einen Badehut, der Aufschluss über ihre soziale Schicht gab. Der sichtbare Erfolg einer Badekur stellte sich dann ein, wenn der Heilungsuchende einen Badeausschlag zeigte mit geröteter und entzündeter Haut, die sich schliesslich schälte.”

Das Wasser, in dem wir heute gebadet haben, ist zudem, gemäss der Forschung, seit 40 Jahren unterwegs.

Die Zusammensetzung des Thermalwassers habe ich auch gefunden:
“Es handelt sich um ein Calcium-Sulfat-Wasser mit leicht erhöhtem Gehalt an Natrium,Strontium, Eisen und einem bemerkenswerten Fluoridgehalt. Es weist einen hohen Gehalt an gelösten festen Stoffen (1800-2000 mg/l) auf. Teilweise führt es eine schwarzbraune Suspension, die von den durchflossenen Aalenden-Schiefern stammt. Der für viele Quellen typische leuchtend rostig-rote Schlamm (“Fango”) wird durch den hohen Eisengehalt verursacht. Alle Thermalquellen weisen eine gewisse Zumischung von kaltem Wasser auf (9 – 40%).”

Ideal ist es offenbar für jede Art von Beschwerden des Bewegungsapparates sowie für neurologische Probleme. Ich finde, es macht auch meine Haut schön zart.

Weitere Infos rund um die Gesundheit in Leukerbad

Bevor wir ins Bad gingen, waren Wolken aufgezogen, und ich dachte schon, es würde doch noch etwas Regen geben. Aber die verzogen sich, während wir planschten, so dass wir uns für 18 Uhr zu einem Apéro auf der Terrasse verabredeten, bevor wir unser Abendessen genossen. Wobei mich die Berner Platte als Hauptgang etwas irritierte – ich verbinde die eher mit Winter und bin auch nicht der grosse Fan von Sauerkraut. Aber fein war auch dieser Gang. Und, dank halber Portion, wie immer, auch nicht schwer aufliegend.

Nun machen wir uns einen faulen Abend. Morgen soll es noch einmal auf die Gemmi gehen. Ich werde berichten …

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