Hammerfest

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Immer noch schaukelnd, aber immerhin mit geöffneten Aussendecks sind wir unterwegs nach Hammerfest.

Eine gute Gelegenheit, um endlich was über Trolle zu schreiben, wollte ich schon lange tun.

Anne Margaretha hatte uns von ihnen erzählt. Die Sami reden allerdings nicht von Trollen, sondern von „den Anderen.“ Dazu zählen viele weitere Wesen, denn gemäss ihrer Mythologie ist praktisch alles beseelt.

Die Anderen seien die besten Babysitter, die man sich denken können:

Spiel nicht mit dem Feuer, sonst lassen die Anderen dein Rentier erblinden.

Bleib immer in der Nähe, damit ich dich sehen kann, sonst holen dich die Anderen.

Silber, über das ich bei der Beschreibung der Kleidung bereits geschrieben hatte, hat in ddr Sami-Kultur auch eine wichtige Schutzfunktion. Babys kriegen persönliche Silberstücke bereits in der Wiege, damit sie nicht gegen Wechselbalge getauscht werden können.

 

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Mit etwas Verspätung trafen wir im Hafen von Hammerfest ein, der freundlicherweise direkt vor der Stadt liegt. Wirklich viel gab es hier nicht zu sehen – ausser dem Museum, der Bibliothek und der Kirche, in der einige wenige Menschen den Gottesdienst feierten, so dass ich mich gleich wieder zurückzog, war alles geschlossen. Einen schönen Spaziergang gab es trotzdem – sogar ohne Stock. Aber natürlich mit Knut!

Etwas überraschend war die Temperatur: über Null, kein Wind – fühlte sich richtig warm an. So warm, dass ich übermütig wurde und nach der Rückkehr aufs Schiff den Jacuzzi aufsuchte. Dusche war eingefroren, aber der Pool herrlich warm, ebenso wie die Dusche danach, in der Kabine. Tat beides gut.

Beim Fotorundgang vor Abfahrt sah ich eindrückliche Spätfolgen der stürmischen Nacht: auf den Scheiben hatten sich dicke Eisschichten gebildet, die nun, wo es wärmer wird, abrutschen und zerschellen. Werde wohl etwas mehr nach oben blicken …

Das Menü heute Abend ist der Sami-Kultur gewidmet. Freue mich setzt darauf .

Hier etwas mehr zum Thema Kulinarik an Bord von Hurtigruten

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Inzwischen ist es gut dunkel ( es ist kurz nach drei Uhr nachmittags), es schaukelt wieder etwas mehr. Ich sitze in der Konditorei und geniesse einen arktischen Kräutertee und eine frisch gebackene Zimtschnecke. Könnte schlimmer sein 🙂

Nächster Halt ist in Øksfjord. Der Ort ist winzig und liegt in der Nähe eines Gletschers. letzteren sah ich nicht, aber die Lichter und die Berge dahinter waren eindrücklich – wenn auch nicht einfach zu fotografieren, weil der Wind an Stärke zugelegt hat. Inzwischen ist es wieder so stürmisch, dass das Servieren des Essens um eine halbe Stunde nach hinten verschoben wurde.

Für Morgen haben wir spontan noch einen Ausflug gebucht – jener, der mir bei der ersten Reise am meisten gefallen hat.

Zum Znacht gab es be Jris 2x Fisch, bei mir 2x Rentier. Auf der schön gestalteten Karte gab es interessante Informationen zu den Gerichten.

Bei der Abfahrt in Skjervøja gab es für uns noch einen Absacker an der Bar, und stimmungsvolle Fotos.

3 Gedanken zu „Hammerfest“

  1. Hallo Wasserratte,
    kein Kommentar bezüglich * arktische Kälte * …..
    Soviel ich weiss, gibt es auch Ganzkörperneoprenanzüge mit Temperaturschutz und Ohrwärmer integriert ? Fragt dochmal den Bord-Ing.( Käpitän-Stev.) vielleicht haben die sowas mit dabei !!!
    Alternativ kannst Du auch mal K.K. fragen, eventuell kann der ja Gewünschtes herbeizaubern …. ?

    Danke für die informative Berichterstattung und die Bebilderung dazu. Macht viel Spass, aus der Ferne mitzureisen.
    mit freundlichen Grüssen Rolf

  2. Das Wetter hat grosse Aehnlichkeit mit unserem. Düster und kalt. Doch die Kulinarik kommt bei Euch nicht zu kurz. Bewundert habe ich Deine Sommergarderobe. Offensichtlich herrscht bei der Schiffbadestelle schönes Wetter und angenehme Temperaturen!?
    Daddy

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