Kulturnacht 2026

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Michael und ich hatten uns schon lange auf die Kulturnacht Zurzibiet – Küssaberg – Hohentengen gefreut und mittels KI bestens vorbereitet: Wir beide haben das sehr umfangreiche Programm durchforstet und unserer Wunschstationen notiert. Wie üblich hatten wir  schon hier Überschneidungen, aber auch eine recht grosse Anzahl Stationen, so dass Claude vor allem  die Routen optimieren musste – Michael lieferte mir dazu die Fahrzeiten mit dem Auto, da wir möglichst unabhängig bleiben wollten.

Der Topfavorit bei beiden stand von vornherein fest: Surbtaler Jiddisch im Feuerwehrmuseum Endingen. Kurt Schmid, Sohn eines Lengnauer Viehhändlers und ehemaliger Parnes (Amman), erzählte mit viel Herzblut und vollem Körpereinsatz Wissenswertes um die Sprache sowie die Geschichte eines ganz besonderen Kuhhandels. Da wir sehr früh dort waren, um gleich die Lesung um 16 Uhr geniessen zu können, schauten wir uns auch im Museum um. Mein persönlicher Höhepunkt, neben den munteren Hydraten: Ein Löschtöff-mit Seitenwagen!

Nach Kaffee und Kuchen ging es zurück nach Bad Zurzach. Ich konnte Michael endlich einmal das Schloss von innen zeigen. Mehr noch: ich durfte mir auch einen eigenen Wunsch erfüllen und die Aussicht vom Dach aus geniessen. Die diversen Künstlerinnen und Künstler hier zeigten sehr unterschiedliches Handwerk. Am meisten beeindruckten mich, neben den Räumen, die alten Fotografien.Wir beide wünschen uns so sehr, dass dieses wunderbare Gebäude wieder dauerhaft belebt wird!

Nächster Stop war auf der anderen Seite, in Rheinheim. Wobei ich mich zuerst vertat: Was ich für das Gemeindezentrum gehalten hatte, war keins. Zwar gabs da auch eine Ausstellung, aber nicht die Bilder des Fotoclubs, die wir uns ansehen wollten. Also weiter, Richtung Minigolf. Das Zentrum ist da, wo auch die Ausfuhrstempel selbst um diese Uhrzeit noch abgeholt werden können, was die Parkplatzsuche etwas interessant gestaltete. Immerhin: Ein paar wirklich gute schwarz-weiss-Fotos haben wir da entdeckt, neben Tier- Mode- und Architekturaufmnahmen.

Der Andrang auf der deutschen Seite war riesig. Bei den Stopps der Shuttlebusse standen jeweils viele Leute, und den Fahrerinnen und Fahrer wurde auf den teilweise sehr schmalen Strassen, bei all dem Fuss-, Rad- und Autoverkehr einiges abverlangt.

In Kadelburg kamen wir so auch zu einem Spaziergang, den direkt bei der Kunstschmiede oder beim Öpfelbaum gab es keine Parkplätze mehr. Hier zeigte unser Programm seine erste Schwäche: Nach den Besichtigungen rund um die Schmiede wollten wir bei der Brauerei essen und trinken, aber die hatten kein alkoholfreies Bier. Also genoss ich zwar ein Kleines, Michael als Fahrer blieb aber tapfer, und wir suchten uns zum Essen einen Ort, wo auch er auf seine Rechnung käme. Was aufgrund der Menschenmassen etwas schwieriger wurde, als gedacht:

Engel Rheinheim – rappelvoll, Anruf im Schwert – frühestens in einer Stunde wieder einen Platz. Höfli sagte zu, aber die arme Maria und ihr Lehrling sowie das Servierpersonal waren auch hier völlig am Anschlag, so dass wir lange aufs Essen warten mussten. Fein war es aber, und alkoholfreies Bier gab es auch.

Latz mussten wir dann allerdings leider ausfallen lassen. Nur das wunderbar beleuchtete Kraftwerk (ohne Führung) nahmen wir danach noch mit.

Danke ans OK und allen Beteiligten – war einmal mehr sehr interessant!

Zum Weiterlesen oder -hören:

Surbtaler Jiddisch

Jules Bloch, der letzte jüdische Viehhändler

Isaak Guggenheim-Bloch

 

 

 

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