Moov Now – mein virtueller Coach

Auf dem Weg zu mehr aktiven Minuten pro Tag

Vor gut anderthalb Jahren habe ich meinen Arbeitsplatz erstmals umgestaltet, damit Bewegung bei mir nicht nur in den Randstunden stattfindet, wenn ich Walken gehe, sondern im Alltag integriert wird. Fitbit war mein täglicher Begleiter, und ich hatte mein Tagessoll schrittweise auf über 13’000 Schritte gesteigert, bis mein Knie endgültig entschied: So nicht mehr!

Nach dem Einbau der Prothese musste ich erst wieder lernen, überhaupt korrekt zu stehen und zu gehen. Die Anzahl Schritte spielte eine kleinere Rolle, schnell gehen keine Option – schön gehen, hiess die Devise. Immerhin, gegen Ende Jahr war ich im Schnitt wieder auf über 10’000 Schritte pro Tag. In den Ferien waren es in den ersten Tagen über 17’000 Schritte – und dann gab nicht ich, sondern Fitbit forfait …

Zum Glück erwartete mich nach meiner Rückkehr mein neues Wearable.

Moov Now heisst das Ding, und es hat ein einziges Ziel:
Mich zu mehr aktiven Minuten pro Tag zu verführen – oder vielmehr: anzutreiben. Schritte werden hier nur bei bestimmten Workouts gezählt, die Auswertung ist längst nicht so detailliert wie bei Fitbit.  Das Teil misst nicht einfach Schritte, sondern jede Art Bewegung im Raum. Zwar gibt es Abstufungen, aber eigentlich unterscheidet das Ding nur: War aktiv (sprich: mit einem MET von 3 oder höher), war nicht wirklich aktiv oder hat gepennt. Nach den ersten Tagen war ich etwas enttäuscht. Viel konnte ich nicht ablesen – am Sensor selber gar nichts, aber auch die App schien nicht sonderlich aussagekräftig.

Mehr Freude hatte ich an den eingebauten Trainings:
Es gibt spezielle Einheiten für Walken oder Joggen ohne Plan; Walken, um Fett zu verbrennen und ins Schwitzen zu kommen; weiter und leichter zu rennen (Effizienz); Geschwindigkeit und Pace zu verbessern; für Sprint-Intervalle. Zusätzlich gibt es Rad- und Schwimmtraining (was ich noch nicht ausprobiert habe), ein Muskeltrainingsprogramm (das ich nur teilweise machen kann, weil mein Knie nicht mitmacht) und Cardio-Boxen, das ich lustig finde, obschon es anstrengend ist.

Etwas blöd fand ich allerdings, dass ich den Sensor zum Messen der Tages-Aktivitäten am linken Handgelenk tragen soll, zum Messen von Walking oder Radfahrten aber am Fussgelenk. Mein „bewegtes Büro“ ermöglicht mir ja den fliegenden Wechsel zwischen sitzender, stehender, gehender und radelnder Tätigkeit, und da immer den Sensor aus dem Band zu friemeln, ins andere Band einzulegen und umzuschnallen war mir schnell zu doof.

Also entschied ich mich, Moov generell am Fuss zu tragen:

Es fällt da weniger auf und ich kann am Handgelenk die Uhr tragen, wenn ich will. Die Werte der Alltagsaktivitäten fallen generell etwas tiefer auf, als wenn ich die Moov am Handgelenk trage – was bei meiner ausufernden Gestik nicht erstaunt. Da diese Aktivitäten aber so oder so unter dem Strich liegen, also nicht zu den aktiven Minuten zählen, macht das eigentlich nichts. Allenfalls wird der Kalorienverbrauch des Tages etwas tief eingeschätzt, aber da ich ohnehin nicht alle errechneten Kalorien verfresse, macht auch das nichts. Die aktiven Minuten sind bei mir Beinminuten – und werden somit gut erfasst. Ausnahme ist das bereits angesprochene Cardio-Boxen, da muss ich den Sensor ans Handgelenk nehmen, weil die App sonst nicht funktioniert. Besser wären hier übrigens 2 Moov – dann würden beide Hände erfasst. Beim Schlingentraining würde am Handgelenk wohl etwas mehr gemessen, aber der Unterschied ist vernachlässigbar.

Mein Fazit nach 1o Tagen:

  • Die von der WHO geforderten 30 aktiven Minuten pro Tag schaffe ich problemlos – im Schnitt bin ich bei 62 Minuten pro Tag.
  • Das Walkingtraining um ins Schwitzen zu geraten – derzeit mein Favorit – ist abwechslungsreich und hilfreich.
  • Die Computer-Tante gibt konstruktives Feedback (Schwing die Arme stärker / Achtung: Rotier die Hüfte nicht einwärts / Hebe den Kopf und schau geradeaus), neben Angaben zur erforderlichen Kadenz, zur Zeitdauer des Intervalls und zur Ermunterung, einen schwierigeren Level zu wählen.
  • Aufpassen muss ich, dass der Verschluss auch richtig fixiert ist – sonst verliere ich das Teil. Bei den derzeitigen Winterstiefel nicht so ein Problem, aber bei Turnschuhen könnte das Teil auch verloren gehen …

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