Nordlandeise, Tag 1

Obschon ich schon gestern eingecheckt habe, muss ich zu nachtschlafender Zeit raus: Der Wecker klingelt um 5, aber ich bin schon vorher wach … Wie ein kleines Kind fiebere ich der Abreise entgegen. Meine Tante ist ein Schatz und leistet mir bei zwei Kaffees Gesellschaft, die mich so weit aufputschen, dass ich frohgemut zur Bushaltestelle trabe, wo ich 05.51 zu meinem neuesten Abenteuer starte. Der Flug verlief sehr angenehm: Hatte eine ganze Sitzreihe für mich alleine, erhielt einen erstaunlich guten Kaffee, ein Gipfeli und ein Schöggeli und fand mich knapp anderthalb Stunden später in Kopenhagen wieder. Auch wenn in meinen Unterlagen ein Transfer zum Hafen mittels Bus und Métro und einem kleinen Spaziergang beschrieben ist – ich hatte keine Lust darauf, mein Riesenbaby von Koffer quer durch die Stadt zu schieben und gönnte mir ein Taxi zum Hafen. Heute fährt hier nur die Norwegian Star, von daher war es auch recht ruhig am Pier. Freundliche junge Männer nahmen mir sofort meinen Koffer ab und lächelten mir zu: Not your first cruise, eh? – How can you tell? – You travel light! Most virgin cruisers carry way too much stuff! – Super, Test 1 erfolgreich bestanden!

Diashow in kleiner Auflösung. für mobile Nutzung

Grössere Bilder findet ihr hier

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Check- in erfolgt schnell und unkompliziert, und nach nur 20 Minuten warten dürfen wir schon an Bord. Zwar sind die Kabinen noch nicht völlig bereit, aber wir dürfen unser Handgepäck reinstellen und uns dann auf dem Schiff umsehen und uns verpflegen. Ich kaufe mir ein Soda-Fountain-Package und kann jetzt den ganzen Tag soviel Pepsi, Soda und Nestle Vitality trinken, wie ich mag … Als nächstes kaufe ich ein WLAN-Paket, damit ich meinen Blog regelmässig updaten kann. Die Kosten sind ziemlich hoch, also werde ich meinen Blog wohl besser offline schreiben – sofern @swissky meinen Hilfeschrei liest und mir sagt wie. Habe nur den Laptop dabei – auf dem iPad gäbe es dazu eine App …

Dann gönne ich mir einen Hamburger (ohne Brötchen: Es hat seine Vorteile, wenn man die Dinger selber zusammenstellen kann!) und danach einen Kaffee. Die haben hier Lavazzo! Und der ist STARK! Werde nächstes Mal wohl besser keinen doppelten Espresso mehr bestellen, sonst komme ich nie mehr runter. Je nu: Jetzt bin ich jedenfalls wach für den bevorstehenden Sicherheitsdrill!

Ach ja, die ersten Schweizer habe ich auf meiner Erkundungstour åauch schon gesehen – beim Jassen! Werde wohl zur Tarnung ausschliesslich mit meinem englischen Roman rumlaufen, sonst kommen die noch auf die Idee, ich sollte mitspielen!

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Inzwischen haben wir die Rettungsübung einigermassen ordentlich hinter uns gebracht: Ohne Schwimmwesten diesmal, aber auch ohne Fotos – nur vor- und nachher durfte ich knipsen. Natürlich ging es wieder länger als nötig, weil gewisse Damen und Herren trotz mehrmaliger Aufforderungen in allen möglichen Sprachen nicht verstehen wollten, was obligatorisch heisst. Dass dann ein paar Hundert Leute ihretwegen die Beine in den Bauch stehen, stört sie natürlich nicht …

Die Sailing-Away-Party war überraschend laut: Ich dachte, die Nordländer seien eher zurückhaltend? Vielleicht liegt es aber auch daran, dass die Cruise-Direktorin aus Südafrika stammt – und ein grosses Gästekontingent aus Spanisch sprechenden Ländern kommt. Ich jedenfalls floh, kaum hatte ich die Köstlichkeiten des BBQ genossen, in etwas ruhigere Gefilde. Was mir gut gefällt: In den Lounges und Bars wird eher dezente Livemusik gespielt, in unterschiedlichsten Ausprägungen. Das werde ich auf jeden Fall ausnützen!

Inzwischen ist auch mein Koffer eingetroffen. Ich habe ausgepackt und die Kabine umgebaut: Beide Betten als Grand-Lit an jene Wand geschoben, wo ich noch das Kajütenbett runter klappen könnte – so habe ich auf der anderen Seite mehr Platz zum Rein- und Rausklettern. Für mich alleine ist die Kabine gerade gross genug, wenn auch nicht riesig, zu zweit müsste man sich sehr gut organisieren – zu dritt würde ich wohl Zustände kriegen! Aber ich habe ohnehin nicht vor, allzu viel Zeit hier zu verbringen … Wobei ich heute eine Ausnahme mache und früh zu Bett gehe. Die letzte Nacht warf doch etwas arg kurz! Auch die Show lasse ich ausfallen – und den Singles-Apéro sowieso: Dieses Treffen der einsamen Herzen erspare ich mir, seit ich bei einer meiner ersten Kreuzfahrten die verzweifelten Blicke der Frauen gesehen hatte, die sich bei jedem Öffnen der Türe in Pose warfen – nur um dann zu sehen, dass wieder nicht George Cloony reinkam … Und sollte er doch an Bord sein, werde ich das auch so rausfinden!

In diesem Sinne: Gute Nacht – what else?!

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