Wie in einem früheren Blogpost angekündigt, buchten Rolf W und ich den Sonnenfinsternisabend im Restaurant Küssaberg. In Anbetracht der beschränkten Parkplatzzahl und dem vermuteten grossen Andrang – nicht nur fürs Essen, sondern eben auch zum Betrachten der Sonnenfinsternis, machten wir uns früh auf den Weg und ergatterten sogar einen Schattenplatz.
Wir beide können schliesslich rechnen und wussten, dass das unsere letzte Sonnenfinsternis in diesem Leben sein wird – die nächste wird erst im September 2081 stattfinden. Also wollten wir auch gute Sicht geniessen.
Ach ja: Falls jemand von den Jüngeren unter uns meine Schutzbrille und den Kamerafilter haben und bis dahin aufbewahren möchte, einfach melden …
Brillen hatte ich eigentlich rechtzeitig bestellt, aber nicht erhalten. Als ich nachfasste, hiess es: Lieferengpass – wollen Sie stornieren? Wollte ich, und wurde dann zum Glück bei Enjoymedia noch fündig, die auch prompt geliefert hatten. Wobei sich zeigen sollte, dass das gar nicht nötig gewesen wäre – und dass ich sogar meine Nikon hätte mitnehmen können:
Das Team vom Gasthof Küsssaburg verwöhnte uns nämlich nicht nur mit einem erfrischenden Sommer-Apéro und einen köstlichen 3-Gang-Menü, sondern hatte auch für alle Gäste Sonnenbrillen und zusätzlich sogar Kamerafilter bestellt (letztere hatte ich vergessen und erst am Tag selber gemerkt, dass die nötig gewesen wären). Der trockene Kommentar des Chefs: Ich organisiere ja auch keine 3D-Filmvorführung und habe keine Brillen dafür. Mehr als Dreiviertel der Gäste waren sehr dankbar, waren sie doch ohne angereist. Und den Rest kauften ihm wohl Passanten ab, denn die Küssaburg war sehr gut besucht.
Rolf und ich fanden einen gemütlichen Sitz unter einem Baum, der nur noch einzelne Blätter hatte, so dass man die Sonne zwischen den Ästen sehr gut sehen konnte. Ich hatte mich im Vorfeld auf die astrologische Bedeutung der Finsternis in Bezug auf mein Horoskop eingestimmt und nutzte die allmähliche Verdunkelung, um all das loszulassen, was ich nicht mehr brauche, was mir nicht mehr dient.
Zwischendurch machte ich ein paar etwas wacklige Fotos mit dem Handy und dem Filter, aber so klar wie durch die Brille sieht man darauf weder Sonne noch den Mondschatten. Schöner und stimmungsvoller wurden die normalen Fotos, denn die vorgezogene Dämmerung tauchte die Landschaft in ein wunderschönes Licht.
Die Stimmung auf der Ruine war friedlich, obschon da wirklich viele Menschen waren. Man tauschte Brillen oder selbst gebastelte Projektoren aus, genoss die mitgebrachten Getränke oder Snacks, und als sich die Sonne langsam wieder zeigte – und ich meine Gedanken auf das ausrichtete, was stärker ans Licht kommen darf – wurde sogar geklatscht.
Da wir schon beim Essen beobachten konnte, wie das Parkregime zunehmend aus den Fugen geriet, liessen Rolf und ich uns Zeit, blieben noch etwas sitzen und unterhielten uns, bis die meisten Gäste gegangen waren. Dann wurde ich bis vor die Haustür chauffiert – Glück gehabt!
Ich habe diesen Abend sehr genossen und bedanke mich herzlich bei Rolf und beim Team vom Restaurant, die einen Super-Service hingelegt haben, sehr fein gekocht und äusserst liebevoll präsentiert. Aber seht selber:
Weitere Impressionen:
Und etwas Geschichte: Letzte totale Finsternis der Schweiz



Welch ein Erinnerung-prägendes Ereignis. Schöne Erinnerungen werden viele Köpfe finden.
Seltene Ereignisse prägen viele bleibende Eindrücke, die an die nächste Generation weiter gegeben wird.
Daddy
Ja, der Abend war tatsächlich sehr stimmig und das Essen sehr fein. Ich habe den Anlass richtig genossen.