Test geglückt!

Halbmarathon ahoi!

Um mir selber Klarheit zu verschaffen, wie realistisch denn ein Start am Halbmarathon um den Hallwilersee (11. Oktober)  sei, beschloss ich, einen Testwalk zu absolvieren. Allerdings nicht um den See selbst, sondern auf einer Strecke, die zwar gleich lang ist, ebenfalls vorwiegend auf Naturstrassen verläuft und im Höhenprofil ungefähr vergleichbar aussieht – aber immer wieder Ausstiegsmöglichkeiten bietet, sollte ich abbrechen müssen. Zum Glück ist es in meiner Gegend nicht sehr schwer, so etwas zu finden: Eglisau – Bad Zurzach bot sich an. Mit ca. 350 Höhenmetern, vielen Wald- und Feldwegen und dem schönen Rheinuferweg waren Umgebung und Terrain durchaus vergleichbar. Dass Petrus als Zugabe dann auch gleich das Herbstwetter simulierte, war so natürlich nicht vorgesehen, verhalf mir aber zumindest zu einer realistischen Einschätzung … Los marschiert bin ich ohne Pulsmesser und ohne sichtbare Uhr – Geschwindigkeit sollte heute nicht meine Priorität sein, wichtig war erst einmal, die Distanz zu erreichen.

Hier die wichtigsten Erkenntnisse:

  • Die Distanz ist kein Problem – ich bin mit 23 km sogar etwas übers Ziel hinaus geschossen.
  • Ich kann auch bei Regen walken (was ich bisher vermieden habe), zumindest so lange es dabei nicht kalt ist.
  • Das nasse und rutschige Gelände verlangsamt mich zwar, lässt mich aber nicht mehr in Panik ausbrechen.
    Die guten Schuhe und die neue Lauftechnik machen mich recht trittsicher, und die paar Mal Ausrutschen steckte ich mit Fluchen, tief Durchatmen und einer Folge von sehr bewussten Schritten gut weg.
  • Meine antrainierte Lauftechnik der kurzen Schritte und dem kräftigen Abrollen scheint sich zu automatisieren:
    Über grosse Strecken achte ich nicht mehr auf meine Füsse, sondern geniesse die Landschaft und lasse meine Gedanken schweifen.
  • Meine Vorlieben scheinen sich immer mehr zu verschieben:
    Wo ich früher möglichst flache, eher geteerte Strassen oder Feldwege bevorzugte, geniesse ich heute den Wechsel der Untergründe und das Auf- und Ab. Diese Belasten jeweils andere Muskeln und Knochen – und Entlasten solche, die sonst arthrosebedingt zu motzen begännen. Wird es dann wieder flach, kann ich frischer ausschreiten– und halte so auch über längere Strecken durch.
  • Ab einem gewissen Durchnässungsgrad stört weiterer Regen nicht mehr – und die Funktionswäsche trocknet erstaunlich schnell.
  • Für die Ernährung unterwegs sind Naked-Riegel für mich ideal  – besser noch als die Gels. Die Mischung aus getrockneten Früchten und Nüssen ist recht feucht, angenehm zu essen und dank unterschiedlicher Aromen sehr abwechslungsreich. Getrunken habe ich unterwegs  nur 5 dl – es war aber auch nicht heiss. Dennoch sollte ich mich da wohl noch etwas steigern …
  • Der Walking-Gürtel ist ein Segen!
    Das Teil trainiert nicht nur Oberarme und Schultern und verbrennt hoffentlich ein paar Kalorien – er verlangsamt das Auflaufen von Händen und Fingern und reduziert das Ausmass so, dass ich wohl sogar die Fingerringe hätte anbehalten können. Zudem scheint er meine Haltung zu verbessern: Ich habe überhaupt keine Schmerzen in der linken Hüfte, die sonst im zweiten Drittel der Strecke beginnen und sich bis ins Ziel steigern. Soweit ich meinen Schatten während der kurzen Aufhellungen sehen konnte, schwankte ich auch weniger bzw. verfiel nicht in die Schonhaltung, die ich mir schon lange abzugewöhnen versuche. Überlege mir ernsthaft, das Ding nicht  nur im Training, sondern auch bei den gebuchten Walks einzusetzen.

Fazit:

Distanz klappt; Zeit muss ich ganz klar verbessern – mit fast 5 Stunden war ich schon recht langsam unterwegs, wobei die Bodenbeschaffung und das Wetter heute sicher nicht ideal waren. Will heissen: Von jetzt an wird wieder mit der Pulsuhr trainiert!

Und jetzt entschuldigt mich bitte, ich muss noch ein paar Takte mit meinem Fitbit sprechen:
Das Miststück lobt mich zwar wegen der zurückgelegten Strecke und hat mir sogar ein neues Abzeichen verliehen – behauptet aber keck, das seien heute nur 118 sehr aktive Minuten gewesen. Hallo? Für jemanden, die sonst 10 Stunden am Compi sitzt sind 23 km SEHR aktiv! Im Fau!screenshot_150

 

4 Gedanken zu „Test geglückt!

  1. Ich hab nicht mal Muskelkater, nur leicht schwere Beine 🙂 Aber die ersten paar Anlaufschritte, nach dem Sitzen oder liegen, sind etwas hart, da spür ich die Arthrose schon stärker als sonst. Dennoch; Kein Vergleich zu vor einem Jahr, bei kürzeren Strecken. UND: Ich habe auch heute über 10’000 Schritte geschafft. Freu!

  2. Wir hätten uns ja fast treffen müssen – wir waren jedoch mit den Velos unterwegs. Gar nicht viel ‚Verkehr‘ an der Glatt und am Rhein heute. Dafür waren wir nass bis auf die Haut. War aber auch ein schönes Erlebnis!
    Und überhaupt, chapeau! Du bist wirklich ‚e grossi Meite‘ mit dieser Leistung!

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