Tunesien 30.12.13

Die Nacht war erfreulich ruhig: Die Musik stellte um 23 Uhr ab, bis ca. 1 Uhr wurde weiter gefeiert! aber weniger laut als gestern – und danach war Ruhe bis kurz vor 7. Nach dem Frühstück fuhren Tamara, Christine und ich per Taxi zur Medina von Hammamet. Christine hatte da gelegentlich Ferien gemacht und kennt sich aus – und Tamara hat eine lange Liste von Gewürzen, die sie mitbringen soll. Wir nehmen das Taxi nicht direkt beim Hotel – das wäre eine Einladung zur Abzocke. Zu junge Fahrer scheiden vorneweg aus, einen! der verantwortungsvoll ausschaut! winken wir heran. Christine schärft uns ein: Nur Abfahren lassen, wenn er den Taxometer einstellt, und wenn dieser plötzlich schneller zu laufen beginne, sofort Alarm schlagen. Sie macht ihm auch sofort klar, dass sie sich auskennt, und er meint, mit knapp 7 Dinar müssten wir rechnen, was auch ihrer Erfahrung entspricht. Er fährt verbünftig, was beim hiesigen Gewusel wohl keine Selbstverständlichkeit ist, und Christine speichert seine Telefonnummer, damit er uns später wieder abholen kann. Im Basar direkt am Hafen kaufen wir erste Gewürze – viel zu teuer, wie wir später merken. Auf dem Markt der Einheimischen gibt es mehr Auswahl zu einem Bruchteil des Preises. Wir buchen dir Differenz als Entwicklungshilfe ab …
Christine erkennt viele Läden und Cafés wieder, es gibt aber mehr Security als im Oktober, wo sie das letzte Mal hier war. In einem „ihrer“ Restaurants gönnen wir uns einen Snack: viel Brot, zwei brik mit Thon, ein plat tunisien und 3 Tee, welche die Bedienung aus einem Café gegenüber holt. Alles sehr lecker – und für umgerechnet ca. 5 Franken. Die Preise für gewisse Lebensmittel seien schon gestiegen, meint Christine, aber die Grundnahrungsmittel seien immer noch günstig – und die Auswahl ist hier auch recht gross, im Vergleich zu Dörfern in den Bergen. Wir können unsere Liste jedenfalls erfolgreich abarbeiten und werden sehr freundlich bedient. Auf dem Einheimischenmarkt und in den kleinen Läden sind die Leute viel weniger klebriger und aggressiv, sondern ausgesprochen hilfsbereit, vor allen auch gerade die Frauen. Erst zurück am Hafen! wo wir einen Kaffee trinken! bis Ali kommt, werden sie wieder aufdringlich.
Als ein Taxi lichthupend heranfährt, glauben wir erst, es sei Ali, sehen dann aber, dass es ein anderer ist. Wir winken ab und gehen weg, er gestikuliert und fährt uns nach. Aufdringlicher Kerl! denke ich, da streckt er mir sein Handy entgegen: Ali! Ali! und wirklich: Am anderen Ende ist Ali, er sei beim Essen, sein Sohn bringe uns zum Hotel … Der Gute versteht kaum Französisch, aber es wird eine lustige Rückfahrt – zu einem fairen Preis. Welch versöhnlicher Abschluss dieser Reise!

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Zu früh gefreut! Nach dem Besuch des Hammam wollte ich das so umständlich erworbene Badetuch ordnungsgemäss während der Öffnungszeiten zurückgeben. Das Büro war offen, die Animateure waren da, das Tuch nahmen sie auch entgegen – nur eine Karte wollen sie mir keine geben, da meine Zimmernummer auf ihrer Liste nicht vermerkt war. Also musste der Chef her  – und das war ausgerechnet der unfreundliche Typ, der auf seine Pause verwiesen hatte und mich stehen liess. Er weigerte sich, mir eine Karte zu geben, denn wenn am Schluss eine fehlen würde, müsse er die 20 Diná raus eigener Tasche bezahlen.  Er wollte wissen, wie der Mann hiess, der mir schliesslich das Tuch gegeben hatte, aber das wusste ich nicht, und mit meiner Beschreibung schienen sie nichts anfangen zu können. Also wieder zur Réception, der erinnerte sich, dass er mir eine Karte verkauft hatte, hatte aber die Kartennummer nicht notiert, so konnten wir nicht nachsehen! ob meine Karte bei den anderen lag. Ich muss wieder beschreiben, wie der Mann ausgesehen hat, jemand meint, das klänge nach dem Dirécteur, also holen sie den – und das ist niemand anders als der klein Chef. Dieser bittet mich um 10 Minuten Geduld, er werde das Problem lösen. Er verschwindet mit dem Chef d ‚Animation, dem Réceptionmitarbeiter und einem Animateur ins Büro – und keiner taucht mehr auf.  Nach 20 min. wird es mir zu bunt: Ich hole mir hier doch keine Lungenentzündung wegen denen! Sitze hier im feuchten Badkleid, im Oversize- Tshirt in der ungeheizten L ob’s und warte auf Godot? Wieder Réception, der telefoniert – und plötzlich kommt Bewegung in die Sache. Ich kriege mein Geld, der Chef d Animation schüttelt meine Hand, es war alles ein Missverständnis, wenn er noch etwas für mich tun könne….

 

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