Tunesien – Anreise

Ich dachte eigentlich, das Durcheinander am Flughafen würde grösser sein, wenn ich an Heiligabend fliege, aber in Kloten war es erstaunlich ruhig, als ich mich mit meiner Tante Monika traf. Essen mochte sie nicht, also tranken wir nur gemeinsam Kaffee und tauschten die Geschenke aus! die wir aber erst abends öffnen wollten. Ich verbrachte eine ruhige Zeit in der Lounge, bevor ich ans Gate ging, wo nur sehr wenige Menschen warteten. Der Flug schien nicht gerade begehrt zu sein. Irrtum! Eigentlich war der Flug praktisch ausgebucht, nur steckten offenbar die meisten Menschen noch an der Passkontrolle. Eine Dame telefonierte ganz aufgeregt mit Bekannten, die offenbar in der Schlange standen und fürchteten, es nicht mehr rechtzeitig zu schaffen.
Folgerichtig gab es eine Verspätung, und die Leute, die später kamen, hatten zum Teil eine Stinklaune. So weit ich verstanden habe, waren nicht alle Schalter besetzt gewesen … Dass man an einem Festtag vielleicht etwas mehr Zeit hätte einplanen können / sollen, schien den meisten gar nicht erst in den Sinn gekommen zu sein. Nun pöbelten sie rum, weil es teilweise keinen Platz mehr hatte in den Gepäckfächern, rammten ihre – teils übergrossen Gepäckstücke rücksichtslos in vorhandene Lücken, nur um zu merken, dass sich das Fach nicht schliessen liess, standen sich gegenseitig auf die Füsse, stiessen einander die Ellbogen in die Rippen … Irgendwann zeigte sich, dass gewisse Leute offenbar falsch sassen „Aber hier war doch frei!“ und selbst die geduldigste der Flight Attendants rollte mit den Augen, als sich heraus stellte, dass die Fensterplätze in Reihe 10, 11 und 12 eigentlich nebeneinander in Reihe 24 sitzen sollten, jetzt aber über die jeweiligen Sitznachbarn klettern mussten und ihr Handgepäck aus den eben erst mühsam geschlossenen Fächern holen wollten. Sie sprach ein Machtwort und schickte die 3 maulend nach hinten. O du Fröhliche! Neben mich kam ein mürrischer Teenager zu sitzen, der seinen Gameboy hervorkramte und mir alle paar Sekunden seinen Ellbogen in meine Weichteile jagte. Das erste Mal bat ich ihn, etwas vorsichtig zu sein, das zweite Mal war ich etwas energischer, nach dem dritten Mal wechselte er den Platz mit seiner Muttet. Hinter mir war eine Familie mit einen Kleinkind, dem es ungeheuer Spass machte, mit den
Füsschen gegen meinen Sitz zu trommeln. Ihr Kinderlein kommet …

Zum Glück ist der Flug nach Tunis recht kurz, das Essen war ganz passabel, und der launische Teenie wurde, richtig gefüttert, ganz handzahm. Es dauerte etwas, im Gedränge Eden Hotelplan-Guide zu finden, doch etwa 20 Minuten nach der Gepäckausgabe waren wir endlich im Kleinbus unterwegs nach Hammamet. Viel gab es nich zu sehen, dazu war es zu dunkel. Im Hotel wurden wir mit Saft empfangen, konnten kurz aufs Zimmer gehen und mussten dann gleich essen gehen, da das Galamenü bereits im Gang war. Aber da alle Mahlzeiten als Buffets angeboten werden, hatte ich keine Angst zu verhungern. Mehr zu schaffen machte mir dir Lautstärke der Band, die praktisch neben dem mir zugewiesenen Tisch spielte, und die allgemeine Lautstärke. Wir immer, wenn ich übermüdet bin, reagierte ich noch sensibler … Immerhin genoss ich die Moules, die es als Vorspeise gab, danach gefüllten Braten mit Gemüse. Was ich als gekochte Birne angesehen hatte, erwies sich als originell servierter Kartoffelstock. Auch lecker! Dessert liess ich sausen und ging schlafen …. Allerdings nicht, ohne vorher mein Weihnachtsgeschenk auszupacken. Nun habe ich einen persönlichen Schutzengel im Zimmer, und eine Karte, die mich tief berührt hat. Danke, Monika!

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