Valeur Absolue

Ich bin jemand, die sehr stark auf Düfte reagiert – und diese oft gezielt einsetzt, um die Stimmung zu beeinflussen: Sei dies mit Duftlampen oder Duftsteinen, in der Sauna oder durch die Wahl bestimmter Lebensmittel oder Gewürze. Entsprechend schnell habe ich mich gemeldet, als Eilleen Testerinnen für Valeur Absolue via Coolbrandz.ch suchte.

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Die 3 Testfläschchen kamen wunderschön verpackt per Post. Natürlich packte ich gleich aus: Die schlichten und gleichzeitig eleganten Flakons befanden sich in einem Schächtelchen, das weiss- und perlmutttfarbig, glänzend bedruckt war. Schön – aber, wie ich später feststellte, heillos unpraktisch:

Denn nahm ich alle Fläschchen aus der Verpackung, um eine erste Nase voll zu nehmen – und wusste dann nicht mehr, welches Parfums denn nun welches war.

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Zwar konnte ich, wenn ich die Schachtel drehte und wendete, in weiss die 3 Namen lesen, aber ohne das Foto beim Auspacken hätte ich nicht mehr gewusst, welches Fläschchen denn nun zu welchen Namen gehört. Meine Freundin, mit der ich später alle 3 Parfums testete, fand dann heraus, dass die Fläschchen auf der Unterseite angeschrieben sind – aber weiss auf durchsichtig ist für eine Brillen tragende Ü-50 schlicht nicht mehr lesbar!

Apropos lesbar: Im gleichen Stil geht’s mit dem Beipackzettel weiter, der in x Sprachen äusserst eng und klein bedruckt ist. Mir blieb nichts anderes übrig, als die relevanten Abschnitte zu fotografieren und zu vergrössern, sonst hätte ich das nicht lesen können.

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Soweit ich auf der Webseite von Valeur Absolue sehe, sind die Einzelverpackungen besser angeschrieben, die Flaschen aber offenbar auch nur am Boden. Immerhin ist davon auszugehen, dass die Schrift etwas grösser ist, da die Originalflakons 45 bzw. 90 ml enthalten, nicht 17 ml, wie die Tester.

 

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Nun aber zum Inhalt:

Gemäss Luxury Activist war es das Ziel von Bénédicte Foucart, Parfums zu kreieren, die nicht nur angenehm duften, sondern das Wohlbefinden der Trägerinnen steigern – und ihnen damit ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Folgerichtig nennt sie die 3 Kreationen Les plus que parfums:

IMG_2130Sie enthalten wertvolle Inhaltsstoffe und essenzielle Öle, die nicht nur angenehm duften, sondern das Wohlbefinden steigern sollen. Dazu zählt auch Immortelle, die Strohblume oder Sonnengold, bei deren Anblick und Duft besonders viel Glückshormon freigesetzt werden soll. Um die unsichtbaren Stärken der einzelnen Parfums zu visualisieren, enthalten diese sichtbare Mineralstoffe, welche die angesprochenen Emotionen aufnehmen und verstärken.

  • Harmonie – für persönliche Wohlfühmomente. Soll mich wie einen Kaschmirschal einhüllen, mir Geborgenheit schenken. Enthält Amethyst (violett).
  • Joie-Eclat – das Gefühl von perlendem Champagner in einem endlos sich nachfüllenden Glas. Enthält Diamentstaub in Kapselform (weiss).
  • Sensualité – die strahlend-leuchtende Form der Verführung, die offen auf andere zu geht. Enthält Perlmutt (gelb).

Auf der Webseite von Valeur Absolue findet sich ein Test, der mir helfen soll, den für mich passenden Duft zu finden. Gemäss meiner Auswertung habe ich viele Facetten und kann wählen zwischen Joie-Eclat und Harmonie. Aber natürlich will ich alle 3 ausprobieren. Und weil solche Sachen zu zweit mehr Spass machen, nehme ich die Proben kurzerhand mit nach Appenzell, ins Hotel Hof Weissbad, wo ich mit Franziska zusammen Wellnesstage verbringen werde.

DSCN7021Nach unserer Ankunft lassen wir die Fläschchen erst Zimmertemperatur annehmen – deshalb findet der eigentliche Test dann als Pijamaparty am Abend statt.

Als erstes testen wir Sensualité, das Fläschchen mit Perlmutt, und noch bevor ich mein Handgelenk besprühen kann, wehrt Franziska mit Händen und Füssen ab: «Jesses! Isch das tussig! Geit jo gar nid!» Entsprechend zurückhaltend trage ich auf – aber mir gefällt der Duft: Rosenduft überwiegt, weisse Blumen hätte ich nicht benennen können, und auch Amber und Moschus rieche ich nicht. Vielleicht entwickeln sich diese Noten ja eher mit der Zeit? Tussig wäre nicht das Wort, das ich benutzt hätte: Mich erinnert der Duft eher an meine frühere Land Lady in Schottland. Etwas altmodisch, eine Mischung aus Gartenschau und Kirchgang. Passt irgendwie nicht ganz zu der strahlenden Verführung, die gemäss Webseite bei diesem Parfum Patin gestanden sein soll … Aber je nach Situation könnte ich mir durchaus vorstellen, diesen Duft zu tragen.

Aber Franziska will ihren Duft möglichst schnell los werden und krallt sich das zweite Fläschchen: Harmonie – mit Amethyst. Sie besprüht das andere Handgelenk und freut sich: Dieser Duft passt ihr. Ein Blick auf die Webseite zeigt mir auch, warum: Es enthält viele Noten, die sie und ich auch sonst sehr gerne haben: Moschus, Néroli, Earl Grey und Vanille. Wobei ich Néroli und Vanille sehr stark heraus rieche, Moschus aber kaum – und Bergamote gar nicht. Aber vielleicht entwickeln sich ja diese Düfte mit der Zeit? (Tun sie nicht, jedenfalls nicht wesentlich.) Immerhin: Das Gemütliche, Häusliche spüren wir beide raus.

Wir lassen die Parfums erst mal eine Weile einwirken und beschnüffeln einander gegenseitig. Franziska ist ganz erstaunt, wie unterschiedlich sich die selben Parfums auf unserer Haut entfalten: Sensualité riecht an ihr tatsächlich völlig anders als bei mir – viel süsser, irgendwie erschlagend. Bei ihr entwickelt Harmonie  auch mehr Moschus als bei mir. Spannend!

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Da uns die Handgelenke ausgehen, weiche ich auf den Ellenbogen aus, um Joie-Eclat zu testen. Dieser Duft begeistert uns beide: Mandarinen und ein Kraut, das wir beide riechen, aber nicht benennen können – später lesen wir auf der Webseite, dass wir Kardamon erkannt hatten, und unser Mandarinchen wäre Pink Grapefruit gewesen, aber immerhin … Vetiver ist hier auch drin, aber da muss ich erst googeln, damit ich überhaupt weiss, was das ist – erkannt hätte ich diesen Duft nicht. Die Gesamtwirkung ist stimulierend und erfrischend: Hier bringe ich die Konzeptbeschreibung und das Erlebte am stärksten zusammen. Franziska findet den Duft nett, aber nicht wirklich berauschend.

Im Vergleich zu anderen Parfums, die ich benutze, scheinen sich die Düfte schneller zu verflüchtigen: Auch bei einem zweiten Test verliert sich der Duft nach wenigen Stunden, und es fällt mir schwer, eine Wirkung auf mein Wohlbefinden über den ersten, intensiven Moment hinaus zu erkennen. Vielleicht habe ich aber auch einfach wirklich viel zu viel um die Ohren?

Franziska und ich werden die Parfums im Alltag einsetzen und mal beobachten – wobei Fran mir die „Tussivariante“ Sensualité grosszügig überlässt, zusammen mit Joie-Eclat. Harmonie nimmt sie aber sehr gerne mit und will sehen, wie ihre 3 Männer zu Hause auf den Duft reagieren.

Fortsetzung folgt …