Verenaspiel – Vorprogramm Wallis

Walliser Znacht im Restaurant Schwert

Heute habe ich das erste der drei Vorprogramme ausprobiert, die im Rahmen des Verenaspiels angeboten werden. Im Gasthaus Schwert genoss ich, mit 24 anderen Theatergästen zusammen, ein Dreigangmenü an wunderschön dekorierten 8er Tischen, die es auch Einzelgästen wie mir leicht machen, mit anderen ins Gespräch zu kommen. Wir hatten es natürlich um einiges gemütlicher als die heilige Verena bei ihrem Wallisbesuch: Nur knapp entging sie, so besagt die Legende, dem Gemetzel an römischen Soldaten, die nicht vom christlichen Glauben abweichen wollten, und reiste weiter nach Solothurn, wo sie einige Jahre wirkte, bevor sie nach Zurzach kam.

Waldkirch und Gonzalez

Vorprogramm im Schwert – Verenaspiel 2014

Zu uns kam aber nicht die heilige Verena, sondern ein Gemeinderat,

Herr Waldkirch, der uns informierte – unter häufigen Blicken auf die Uhr –, dass im Säli eine Schulung der neuen Sicherheitsleute für Bad Zurzach stattfinden sollte. Wir sollten doch bitte die beiden Herren unverzüglich zu ihm schicken … Diese hatten es nicht ganz so eilig, als sie schliesslich kamen, zogen aber dann doch brummelnd ab.

Walliser Teller

Vorspeise Rahmenprogramm Verenaspiel

Wir genossen, während die Sicherheitsleute lernten, unsere Vorspeise,

einen köstlichen Walliserteller mit Käse und Trockenfleisch sowie knusprigem Roggenbrot. Vor allem die luftgetrocknete Walliser Hauswurst erntete viel Lob. Auch die vegetarische Variante, ein hübscher Salatteller, kam bei den Gästen gut an.  Vor dem Hauptgang verabschiedete sich der vielbeschäftigte Gemeinderat – wobei er erst noch Herrn Gonzalez bitter enttäuschte, der sooo gerne beim Sicherheitsdienst mitmachen wollte (wieso das nicht geht, verrate ich hier natürlich nicht – da müsst ihr schon selber hingehen und es euch anhören!).

Cholera

Hauptgang beim Walliser Vorprogramm zum Verenaspiel

Als Hauptgang erhielten wir eine riesige Portion Cholera.

Was gefährlicher klingt, als es schmeckt, auch wenn der Bezug zur schrecklichen Krankheit historisch belegt ist: Um während der Cholera-Epidemie im Wallis einer Ansteckung zu entgehen, nutzten die Hausfrauen, was sie gerade im Haus hatten, und buken daraus nahrhafte Pasteten. Je nach Familie gibt es entsprechende Varianten –  das Rezept von Adrian Brantschen findet ihr hier:

Rezept Cholera

 

Natürlich liessen es sich die Sicherheitsleute nicht nehmen, uns einen Teil ihrer hochmodernen Ausrüstung zu demonstrieren und uns gleichzeitig zu beweisen, was sie am Kurs alles gelernt hatten. Wobei da doch der eine oder andere Zweifel aufkommen könnte, ob Theorie und Praxis da immer zusammen passen werden … Immerhin zeigten sie uns, mit Hilfe ihrer Drohne, den Weg zum Chilebuckli, so dass wohl niemand verloren gehen dürfte. Und wenn, bräuchten wir uns ja keine Sorgen zu machen: Die beiden passten ja auf uns auf!

Sicherheitsdienst

Sein oder Schein? Auftritt des Sicherheitsdienstes – Vorprogramm Verenaspiel

Zum Dessert gab es feines Aprikosensorbet mit Apricotine,

dem typischen Walliser-Schnaps. Sehr erfrischend – und zum Glück leicht genug, um nach der Cholera noch runter zu rutschen. Nach einem Kaffee machten wir uns gemeinsam auf zum Freilichtgelände, das zu Fuss in wenigen Minuten erreicht werden kann. Wer Lust hatte, konnte im VIP-Zelt oder im hübsch dekorierten Garten noch etwas trinken, bevor das Spiel losging.

Mein Fazit:

Adrian und sein Team ermöglichen einen entspannten Einstieg in den Abend des Verenaspiels, in gemütlicher Ambiance, mit feinem Essen und – dank der besuchenden Schauspieler – mit witziger Unterhaltung. Wobei nicht alle Gäste immer begriffen, wer denn nun Gast war und wer Schauspieler. Leute, die sich an die Bar setzten oder an uns vorbei in den Garten gingen, wurden misstrauisch beäugt. Und selbst Adrian, der Wirt, wurde von meinen Tischnachbarn für einen Schauspieler gehalten (nur als Info, falls du je einen Berufswechsel in Erwägung ziehen solltest, Adrian)!

Preis pro Person (ohne Getränke): 35.50

Platzreservation: +41(0)56 249 11 80 oder Online

 

Kleiner Tipp an alle, die das Rahmenprogramm im Schwert nutzen werden:

Lasst am besten das Mittagessen aus – die Portionen sind riesig! Und die Pastete schmeckt sensationell fein …

 

Hier ein paar Impressionen aus dem Vorprogramm im Schwert: