Von Zweideln nach Kaiserstuhl

Spread the love

Ich wurde heute sehr früh von strahlendem Sonnenschein geweckt und fragte mich, was ich mit dem Tag anfangen sollte. Nachdem ich die ganze Woche fast nur Indoor-Trraining gemacht hatte, entschied ich mich, trotz Pollen, für einen Ausflug. Erst dachte ich an Rorschach, aber dann kam mir in den Sinn, dass ich mich zum Zvieri mit Monika verabredet hatte.

Also Eglisau … Vielleicht fährt da ja schon das Schiff? Ich frühstückte und zog los, damit ich den 08:25-Zug erreichte. Während der Fahrt wurde mir klar, dass mein Plan Schwächen hatte: Ich war absolut nicht in Stimmung für Menschen! Und Eglisau an einem schönen Sonntag ist auch ohne Muttertag recht bevölkert.

Also erneute Planänderung: Ich stieg in Zweifeln aus und bewegte mich runter an den Rhein. Der Rheinuferweg bis Kaiserstuhl schien mir eine machbare Etappe zu sein.

Vielleicht hätte ich die Routenbeschreibung vorher lesen sollen? Dann wäre mir bewusst gewesen, dass dieser Weg zwar auf einem manierlichen Feldweg beginnt, dann aber buchstäblich über Stock und Stein führt – etwas, was ich seit über acht Monaten nicht mehr gemacht hatte. Dass der Boden aufgrund der Niederschläge der letzten Tage oft nass und rutschig war, steigerte die Anforderungen zusätzlich und verlangte grosse Kontentration. Aber – und das ist ausgesprochen erfreulich:

Mein neues Knie macht alles mit!

Es war eher das alte, das zwischendurch motzte, vor allem, wenn es abwärts ging. Ich ertappte mich immer wieder dabei, dass ich automatisch links dominant einsetzte, obschon rechts jetzt einiges stabiler wäre, 45 Jahre Gewohnheit verschwinden nicht so schnell aus dem Kopf …

Menschen sah ich wunschgemäss nur wenige, und auch nur ein Biker – obschon mir das Plakat wegen Fairness auf dem Trail etwas Kummer bereitet hatte. Ich mag es nicht, wenn auf den ohnehin schmalen Wegen Biker daherschiessen, die mich zu schnellen Ausweichbewegungen zwingen. Beim einen heute hatte ich Glück: Er kraxelte mir entgegen, als es für mich abwärts ging, und war eher dankbar, dass ich ihm aus dem Weg ging.

Die Geräuschkulisse war dafür prächtig: Viele Vogelstimmen, dazwischen das Schnattern von Enten oder das Quaken von Fröschen. Später von weitem Kirchenglocken. Dann allerdings auch immer mehr lärmende Flieger, je näher es gegen Kaiserstuhl ging. Die sind da wirklich sehr exponiert …

Pollenmässig ging es recht gut: Unten am Fluss ist es meist schattig, da wachsen nur wenig Gräser. Habe trotzdem die Maske aufbehalten, und es hat sich gelohnt: Kein Allergieschub!

Das Café Spittel in Kaiserstuhl war noch geschlossen, also spazierte ich hoch zum Bahnhof und hatte Glück: Nur 10 Minuten später kam der Zug, der mich zurück nach Bad Zurzach brachte. Das reichte locker für ein paar kräftige Schlucke aus der mitgefahren Wasserflasche, und zum Essen der Rhabarberschnitte vom Markt von gestern.

 

 

Ein Gedanke zu „Von Zweideln nach Kaiserstuhl“

  1. Wau , welch Wunderwetter. Offensichtlich hat sich bei Dir bei diesem Prachtswetter die Wanderniere bemerkbar gemacht, den Sonnenschein zu geniessen und die Umwelt auch mit den Ohren wahrzunehmen, und den Augen etwas Schönes zu bieten.

    Daddy

Kommentare sind geschlossen.