Whakatane – Tag 8

Da heute Sonntag ist – und damit Biancas einziger freier Tag in dieser Woche – liessen wir es ruhig angehen und verabredeten uns erst um 13 Uhr, wo wir Steve mit seinen Weihnachtsgeschenken überraschen wollten: Er arbeitet aktuell Nachtschicht, ist in der Regel gegen eins wach und wird nach der Arbeit gleich zu seinem Vater fahren, dem es leider sehr schlecht geht. Ich trödelte entsprechend rum, wusch Haare und das T-Shirt, das ich gestern bekleckert hatte, organisierte beim Campingwart neue Geschirr- und Handtücher, las und schrieb etwas, bevor ich einmal mehr spazieren ging. Ich besorgte mir unterwegs neues Bargeld und schaffte es – nachdem ich sicher schon drölfzig Mal daran vorbeigegangen war – endlich den Eingang zum Café mit dem schönen Innenhof zu finden, indem wir seinerzeit nach Freyjas Taufe gegessen hatten. Hier gönnte ich mir Mussel-Fritters mit Salat und nahm anschliessend den Uferweg zurück zu Bianca, wo heute, weil Sonntag, auch die Eisenbahn in Betrieb – und von Gross und Klein gut besucht war.

Freyja hatte offenbar recht gut geschlafen und war überraschend milde gestimmt. Ich durfte sogar ihr Zimmer betreten und mir ihre Kuscheltiere ansehen. Zu meiner Überraschung gab es dann bei Steve und Liam auch für mich Geschenke – und zwar nicht nur von den beiden, sondern auch bereits von Freyja und ihren Eltern. Nun trage ich die Kurze in einem Medaillon um meinen Hals, bin stolze Besitzerin einer New-Zealand Tasche und eines Portemonnais mit einem preisgekrönten Aquarell drauf und habe einen Kalender mit wunderschönen Bildern von hier. Auch Freyja wurde reich beschenkt – unter anderem mir Original-Leberkäs-Ohrstecker von der Oma. Ja, so habe ich auch geguckt 🙂

Steve kriegte von Bianca und Calum einen Gartenschlauch – so ein Hightech-Ding, das an der Wand hängt und sich von selbst aufrollt. Ich hätte nie gedacht, dass sich jemand über einen Gartenschlauch so freuen kann! Das Ding wurde sofort montiert, sodass es in alle Richtungen die optimale Distanz erreicht – auch den kleinen Blumengarten ganz hinter dem Haus, den Liam seit einem Jahr pflegt.  Outdoor People eben!

Freyja spielte eine Zeit lang glücklich mit ihrem Seifenblasenschwert, aber ihre Aufmerksamkeitsspanne hielt nicht sehr lange an. Da Steve sowieso bald zur Arbeit fahren musste, verabschiedeten wir uns, um eine Ausfahrt zu machen: Zuerst hoch auf einen Hügel mit einer schönen Aussicht, dann halbwegs runter, wo der Naturpfad weiterging, auf dem ich gestern ein Stück weit unterwegs war. Über ein paar Treppenstufen und eine gut ausgebauten Pfad ging es runter zu einer ansonsten versteckten Bucht, deren Strand von feinsten Muscheln bedeckt war. Dazwischen, sanft abgerundet, wie Kiesel, diverse Glasscherben. Freyja lief am Anfang brav mit, liess sich dann erst von Calum tragen, dann von Bianca. Am Strand spielte sie mit den Wellen und Schwemmholz, aber dann wurde sie immer müder und begann zu quengeln. Entsprechend anstrengend war dann der Rückweg, v.a. für Bianca, denn nun wollte sie sich nur noch von Mama tragen lassen.  Für mich war der Rückweg eher leichter, da ich mich beim Aufwärtsgehen viel weniger konzentrieren muss. Und mit meinen Barfussschuhen ist das Laufen auf unterschiedlichen Böden sehr angenehm –v.a. auch auf dem Gras, das hier viel weicher ist als bei uns.

Wir beschlossen, uns unterwegs was zum Essen zu besorgen, dieses aber Zuhause zu geniessen und die Kurze danach schlafen zu legen. Zwei kurze Fotostopps später waren wir bei einem Mexikaner in Ohope, wo wir feine Tacos und Borritos einpackten, und natürlich Chips für die Kurze. Viel ass sie nicht, verkündete „I am full“ und im gleichen Atemzug „Can I get ice cream now?“ Ein paar Chips später kriegte sie dann tatsächlich welches (ich auch), spielte dann eine Weile mit Daddy und genoss etwas Kuschelige mit Mami. Ich aber wurde vor lauter Ice-Cream so müde, dass ich mich verabschiedete, um den Abend geruhsam zu verbringen …

Da der Wind gegen Mittag nachgelassen hatte, war es angenehm warm, und ich konnte bis kurz nach 20 Uhr draussen sitzen, lesen und schreiben. Herrlich!

Weiterführende Links:
https://www.whakatane.com/activities/otarawairere-beach
https://www.whakatane.com/walks/nga-tapuwae-o-toi-walkways

 

Ein Gedanke zu „Whakatane – Tag 8

  1. Schöne Gegend – schöne Bilder, für uns aber doch einiges fremdartig.
    Es scheint aber doch immer etwas zu laufen.

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