Whakatane – Tag 9

Bianca musste heute noch arbeiten, Calum traf sich mit seinem Bruder Mark zu Weihnachtseinkäufen, und da ich auf Shoppen grad keine Lust hatte, entschied ich mich für einen weiteren Spaziergang – diesmal vom Stadtzentrum weg. Calum hatte mir erzählt, dass Whakatane ungefähr 25’000 Einwohner hat, der Distrikt ca. 37’000. Konnte ich mir gar nicht vorstellen, denn ausser dem „Strand“ und der „Commercial Street“ hat das Ganze wenig Städtisches an sich. Liegt sicher auch an der Architektur: Das meiste sind alleinstehende Häuser mit Garten, es gibt nur sehr wenig Reihenhäuser, mehrstöckige Häuser mit Apartments oder Mietwohnungen sind noch seltener. Die meisten Häuser sind aus Holz, einige aus Kunststoff, ähnlich wie mein Container-Bungalow, nur wenige, v.a. neuere Häuser sind gemauert, und Doppelverglasung ist immer noch die Ausnahme.

Ich wanderte erst dem Fluss entlang, bis zum Ruderclub, dann wandte ich mich rechtwinklig Richtung Stadt – ich hätte auch in die entgegengesetzte Richtung gehen können, da gäbe es noch einige Shoppingcenter und die neue Siedlung, in die Sina und ihr Mann vor kurzem eingezogen waren. Ich spazierte auch hier vorwiegend zwischen Einfamilienhäusern, vorbei an einigen Kirchen und Schulen, sehr wenigen, kleinen Läden. Und stellte fest, dass die Leute hier nicht nur Outdoor People sind, sondern offenbar sehr sportlich: Rudern hatten wir schon, ich sah aber auch Fussball, Kricket, Indoor- und Outdoor-Bowling, Karate, Judo, Yoga, Leichtathletik und „Harrier“ (Querfeldeinläufe, wenn ich das richtig verstanden habe), Reiten, Schwimmen, Kajak …

Ich entdeckten einen wunderbar gestalteten Schulhausplatz, mit Kräuterarten, Bike Track, Foxtrail, Klettergerüsten, Verkehrsgarten, Sinnesweg und mehr, der ausdrücklich für die Öffentlichkeit freigegeben ist und offenbar auch gerne genutzt wird. Zwei Kinder überholten mich auf dem Weg, wobei der Ältere mich warnte: Halte Abstand! Fahren kann er – bremsen noch nicht!

Hier gibt es neben den Strassen, meist durch einen Grünstreifen getrennt, einen Weg, den Fussgänger und Velofahrer gemeinsam nutzen, wobei ab und zu Tafeln darauf hinweisen, dass Fussgänger Vortritt haben. Was allerdings, wie bei uns Zuhause auch, mehrheitlich heißt, dass die Radfahrer einfach klingeln, bevor sie vorbeipreschen. Wo die Räder auf die Strasse müssen, stehen Tafeln, dass die Verkehrsteilnehmer sich den Platz teilen sollen.

Und deren gab es heute viele, die in die Stadt hinein wollten: Die meisten müssen zwar noch arbeiten, aber der Run auf die Einkaufszentren war enorm, obschon auch hier die Läden nur für zwei Tage geschlossen sein werden. Eine Dame fragte mich aus dem offenen Autofenster raus, ob ich mitfahren wolle? Auf mein „No, I’m finde“ lachte sie und meinte, wahrscheinlich sei ich sowieso schneller als sie.

Kurz bevor ich wieder beim Camping war, gönnte ich mir eine Glace – heute war es ziemlich heiss, gemäss Calum 28 Grad. Zwei kleine Kugeln bestellte ich, Boysonberry und Passionsfrucht, aber klein kennen die hier offenbar nicht. Was ich erhielt ersetzte locker eine ganze Mahlzeit – und war viel zu viel Zucker für meinen Körper, so dass ich prompt ein Mittagsschläfchen halten musste. Aber fein wars …

Zum Glück machte heute auch Freyja ein Mittagsschläfchen, nachdem sie offenbar schon seit Morgens um vier wach war. So holten Calum und sie mich erst gegen Viertelvordrei ab. Wir fuhren zu Calum Eltern, um eine erste Geschenklieferung für den 25. zu deponieren, tranken kurz ein Bier mit den beiden und fuhren dann weiter zum Strand, wo Freyja sich einmal mehr auf der Schaukel austobte und es genoss, immer höher und höher zu fliegen. Sie war sehr gut gelaunt, kletterte mit Daddy auf dem Gerüst rum, zeigte mir immer wieder neue Sachen und plapperte vergnügt vor sich hin. Und dann wollte sie – Ice Cream! Also holten wir Bianca ab, die inzwischen Feierabend hatte, und fuhren zu einer kleinen Beerenfarm, bei der es Glace mit gefrorenen  Beeren gab. Wegen der grossen Hitze der letzten Woche sind die meisten Felder bereits abgeerntet, also konnte ich nicht einfach Beeren naschen. Aber ich bestellte – und erhielt! – eine Kleinkinderversion. Die Kurze putzte allerdings eine Erwachsenenversion fast völlig weg – abgesehen von dem Teil der auf dem Gesicht und dem Kleid landete. War aber sehr vergnüglich.

Lust auf Nachtessen hatte allerdings danach niemand von uns, also gab es etwas Kuscheltime vor dem Fernseher, mit schöner Musik und Tänzen der Maori, bevor wir uns aufmachten, um Freunde der Familie auf einem weiteren Spielplatz – natürlich mit Schaukel – zu treffen. Bianca packte mir noch etwas Spaghetti Bolognese ein, für später … Die habe ich mir inzwischen doch noch gegönnt. Bei über 16’000 Schritten sollten die nicht auftragen.

Oh, und zum Abschluss des Tages kriegte ich von Freyja noch Weihnachtsgeschenke: Selbstgemachten Weihnachtsschmuck, eine Karte mit dem Santa-Foto und einen Tischkalender, zusammen mit einer lieben Karte. Love her to bits!

Weiterführende Links:

https://www.whakatane.com/

Ein Gedanke zu „Whakatane – Tag 9

  1. un kilometre a pied . . .

    Es grünt so grün . . . in allen bunten Farben.

    Eis im Sommer, ja klar im Magen

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