7.6.2025 Wunderbare Freunde

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Der kleine Sohn einer Freundin musste vor kurzer Zeit seinen Katzenfreund gehen lassen. Der erste Todesfall für die feine Seele – erschütternd, unbegreiflich, trotz aller Erklärungen. Ja, der Kater war krank,  und er hatte mitgekriegt, wie oft dieser beim Tierarzt war, manchmal ganze Tage lang. Er wusste, dass er Medikamente brauchte und vermutlich nicht mehr lange leben würde.

Aber was weiss ein Kind schon, wie lange lange ist? Selbst wir Erwachsenen haben da ja Mühe damit … Und wenn wir jemanden so richtig gernhaben, ist kein lange lang genug. Auch das wissen wir: So ein Abschied tut weh, selbst wenn man begreift, was passiert. Und das müssen wir lernen.

Sterben üben

Nicht erst, seit ich die Ausbildung für spirituelle Palliativbegleitung gemacht habe, bin ich der Meinung, dass es Kindern hilft, mit Sterben und Tod umzugehen, wenn sie dies mit Haustieren erleben. Umso mehr, wenn sie dabei von den Eltern liebevoll begleitet werden.

Trauern zu können, über das was wegfällt; lachen und weinen zu können über Erinnerungen, die noch lange weiterleben – das kann in diesem Rahmen gelernt werden.

Und irgendwann – der Zeitpunkt wird für alle individuell sein – kommt der Moment, wo vielleicht eine andere Katze den Platz einnimmt. Eine, die vielleicht sogar ähnlich aussieht, und dennoch ganz anders ist. Eine, die sich ins übergrosse Herz schleicht, auf Samtpfoten, und dennoch der ersten Katze keinen Platz wegnimmt.

Denn Liebe wird nicht kleiner, wenn sie geteilt wird. Die Herzen, auch wunde Herzen, werden einfach ein kleines bisschen grösser …