Wurmloch gesucht!

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Ich habe den wunderschönen Herbsttag für eine kleine Wanderung entlang des Rheins genutzt  – auf der Deutschen Seite. Der Fluss steht immer noch sehr tief, es scheint, als ob ich zu Fuss rüber gehen könnte. Luftlinie sind meine Wohnung nur etwa 400 m entfernt, mein Bäumchen (da, wo der Pfeil auf dem Foto ist, vor der Ara) vielleicht 200 m.

Der Weg führt lange Zeit direkt einem Seitenarm des Rheins entlang, wo die Biber wohnen (die ich aber immer noch nicht gesehen habe), dann kommen die beiden Arme zusammen und es wird vor Stromschnellen gewarnt – beim jetzigen Tiefstand aber kaum sichtbar.

Der Weg ist angenehm weich und sandig und führt grösstenteils vorbei an Bäumen und Sträuchern, von denen teilweise sogar noch Naschen möglich ist. Spaziergänger teilen ihn mit Rad Fahrenden, und so kam es, dass ich kurz nach dem Überholtwerden ein freudiges “Lovey!” und knirschende Bremsen hörte. Eine meiner Schülerinnen hatte mich erkannt. Musste den Eltern erst erklären, wer ich bin – die hatten mich noch nie gesehen. Die Mutter meinte nur, das sei normal, irgendwie scheinen alle ihre Tochter zu kennen 🙂

Ich wanderte an Kadelburg vorbei und hatte eigentlich vor, dem Rhein entlang bis nach Koblenz zu gehen, aber da wurde ich unerwartet des Weges verwiesen. Baumschlag? Ufer abgerutscht? Keine Ahnung wieso, aber ich musste umdrehen und eine Abzweigung nehmen, die mich zuerst in einem grossen Bogen, über ein offenes Feld ohne Schatten zurück in die Richtung führte, aus der ich gerade gekommen war. Immerhin führte der Weg an wunderbaren alten Obstbäumen vorbei, und ick konnte einen grossen Apfel und eine nur leicht angeschlagene Birne aufheben.

Eine schmale Teerstrasse, halbwegs zwischen Rhein und Hauptstrasse, führte mich dann wieder in die gewünschte Richtung, bevor ich wieder etwas näher an den Rhein gehen durfte – und auch hier erstmals wieder rückwärts. Kaum hatte ich den Rhein wieder in Hör- und Sichtweite, traf ich auf einen Wegweiser mit Bahnsymbol: Waldshut-Tiengen 0.2

Mich beschlich ein übles Gefühl. Das letzte Mal, als ich so einen Wegweiser gesehen hatte, kam als Nächstes: Waldshut, 6 km. Und siehe da: Dieser verfl….. Wegweiser kam wieder!

Irgendwo zwischen dem ersten und dem zweiten Wegweiser muss ein Wurmloch sein, das ich wieder nicht gesehen habe. Aber selbst ich, die bei der Verteilung des Orientierungssinnes zu spät kam (wahrscheinlich hatte ich den Treffpunkt nicht gefunden) und nur noch die Brosamen von der Vorratskiste zusammenwischen konnte, wusste, was das hiess:

Ich würde wieder in der hässlichen Industriezone rauskommen, in der Nähe vom Macdonalds, und der Rad- und Fussweg würde der Schnellstrasse entlang führen und als einzigen Trost eine Abzweigung Richtung Zollbrücke bei Koblenz bieten. Hrmpf!

Immerhin war ich diesmal nicht so spät dran wie beim letzten Mal, und obschon Sonntag war, fuhren hier Busse. Die meisten allerdings, ohne zu halten, da Bahnersatz ab Waldshut, wo aktuell elektrifiziert wird. Aber alle Stunde sollte hier einer halten – und der nächste schon in 12 Minuten. Gerettet!

Ich ersparte mir den hässlichen Teil der Strecke und liess mich zum Busbahnhof chauffieren, wo ich in den Bahnersatz nach Koblenz umsteigen und den Zug nach Bad Zurzach nehmen konnte.

Falls aber irgendjemand von euch den Eingang zu diesem verfl. … Wurmloch in der Nähe der wunderschönen Grillstelle über dem Rhein kennt, wäre ich froh um allfällige Hinweise!

 

 

1 Kommentar zu „Wurmloch gesucht!“

  1. Mit Ueberraschungen musst Du immer rechnen. Ist mir in den letzten Tagen zweimal passiert dass ich umkehren musste. Hauptsache ist doch: die schöne Wanderung zu geniessen.

    Daddy

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