Kurz nach dem Frühstück, bei dem Jris kein bisschen von meinem getrockneten Schaffleisch probieren mochte, dafür Knut sich mit dem Koch anfreundete, überquerten wir bei strahlendem Himmel den Polarkreis. Fast wäre es mir gelungen, den Mond in der Skulptur zu erwischen …
Auf den Lebertran, der zur Feier des Anlasses verteilt wurde, verzichte ich. Jris aber schluckte den todesmutig und erhielt zur Belohnung den Löffel als Souvenir.
Auf der Südroute fahren wir die meisten Hafen nur sehr kurz an. Ein Spaziergang wird erst nach 15 Uhr in Brønnøysund möglich sein. Die Stadt gilt als Mitte Norwegens. Bis zum Nordkap und zum Leuchtturm Lindednes sind es je 840 Kilometer.
Kurz vor Nesna scheint jetzt auch die Sonne wieder richtig – hurra! Der Himmel ist klar, und die Prognose für Nordlichter heute Abend ist gut. Wir drücken die Daumen!
Ich nutze die Zeit, etwas über unser Schiff zu schreiben. Die MS Richard With ist ein sogenannter RoPax-Schiff, das heisst, sie transportiert rollende Fracht plus Passagiere. Der Frachtanteil sei allerdings rückläufig, Lastwagentransporte dafür im Steigen.
Das Schiff wurde 1993 in Betriebs genommen und 2018 überholt. Seit 2022 fährt es hybrid. Zugelassen ist es für 590 Passagiere, Kojen gibt es aber nur für 458. Tagesgäste, die nur kurze Strecken fahren, nutzen die Lounge oder Restaurants. Hier findet man auch den einen oder anderen Rucksack-Touristen, der sich auf den Sofas einkuschelt.
Aktuell ist das Schiff nicht ausgebucht: Auf der Hinfahrt, in Bergen, waren wir 251 Passagiere. Jetzt, auf der Rückfahrt, sind es weniger. Erhalten geblieben sind uns leider die nervigen Französischsprechenden, die vermutlich Belgier sind, und einige Bazillenschleudern. Nutze vorsichtshalber so oft als möglich meine Masken,
Dass das Schiff ein paar Jahre auf dem Buckel hat, merkt man: Mal fehlt ein Haken oder ein Abdeckblättchen, Gebrauchsspuren auf Teppich, Lavabos etc. sind nicht zu übersehen.
Die Besatzung ist altersdurchmischt und multinational. Alle sind sehr freundlich, viele mehrsprachig. Und offenbar seefest: Selbst bei hohem Seegang nutzen sie die rutschfesten Tablets nur selten.
Mit 2100 Angestellten ist Hurtigruten einer der grossen Arbeitgeber Norwegens.
Weil heute die Sonne wieder so schön scheint, nutze ich die Gelegenheit, Jris mit Glace zu überraschen – so, wie es mein Vater seinerzeit mit mir machte. Die Bierglace, mit Pils von den Lofoten, schmeckte ihr gar nicht. Die Vanilleglace mit getrockneten Fischstückchen fand sie weniger schlimm – erinnert etwas an salziges Caramel.
Mehr über die teilweise skurrile Küche Norwegens findet ihr hier.
Kurz nach Sandnesjøn fahren wir an den Sieben Schwestern vorbei. Ich kenne Gebiege mit diesem Namen aus anderen Ländern, aber keines, das Sieben Brüder hiesse. Gemäss Google gibt es aber immerhin in Celle ein griechisches Restaurant mit diesem Namen 🙂



🙃 👍👍👍
Bravo Bruno
mit freundlichen Grüssen Rolf aus der Krone
Die Berge verlieren an Höhe, die Sonne wird wieder klar und bringt Wärme. Ist doch klar, warum es keine Bergkette der sieben Brüder gibt, die besteige doch lieber die siebe Schwestern.
Daddy