Taverna Sarakina

Nach einen ausgesprochen Tag am Pool und auf dem Balkon (bei einem kurzen Regenschauer) klarte es gegen Abend wieder auf, so dass ich mich entschloss, gemütlich zur Taverne Sarafina zu spazieren, mit einem Kaffeehalt bei Mr.Dallas, dessen Internet zu den eher zuverlässigeren gehört.

Im Sarakina angekommen, wurde ich von Nico und seinem Vater herzlich begrüsst, dann kam auch Natalia, die ich erst für Nico Tochter oder Enkelin hielt, die aber die Tochter der Köchin ist – eine Bulgarin, die den Sommer über hier arbeitet. Der Vater fährt offenbar den Minibus, der die Gäste aus der Umgebung gratis holt und bringt. Natalia ist 10 Jahre alt, zeichnet wunderschön – für mich hat sie eine Cat-Woman abgemalt, halb Frau, halb Katze. Sie spricht sehr gut Englisch, offenbar auch Griechisch, denn Nico und die Musiker verstanden sie blendend, und natürlich bulgarisch. Wir haben uns in allen möglichen Sprachen zugeprostet – ich mit Weisswein, sie mit Saft.

Auch mit Nico habe ich mich kurz über Grexit und Co unterhalten. Im Gegensatz zu Dina macht er sich kaum Sorgen: Die Taverne ist seit mindestens 4 Generationen im Familienbesitz. Der Baum, unter dem ich sitze, ist 117 Jahre alt – der hat sein Grossvater seinerzeit zusammen mit seinem Vater gepflanzt, als sein jüngerer Bruder zur Welt kam. Der Baum trägt keine Früchte mehr, spendet aber immer noch Schatten. Der Baum daneben trägt noch Früchte, der ist auch erst 100 Jahre alt. Und ist seinerzeit von selber gekommen, wohl aus einer Frucht, die zu Boden fiel. You see? Life goes on … Ihre Taverne sei eine der ältesten auf Zakynthos, vielleicht sogar von ganz Griechenland. Was die in Athen machen, hat sie bis jetzt nie wirklich berührt. Sie seien hier, ihr Leben sei hier, die Gäste seien hier – das in Athen, das seinen Ringkämpfe unter Buben, wie auf dem Schulhof, es gehe nur darum zu beweisen, wer der Stärkere sei. Aber wenn es dann darauf ankomme, halte man zusammen und packe es an – das sei immer schon so gewesen.

Und er begrüsst die Gäste, die heute zahlreicher kommen, lächelnd und zuvorkommend – und mit dem Stolz eines Mannes, der seinen Platz kennt und liebt.

Ich geniesse gegrillten Feta mit Kräutern, dann Hammelfleisch an Zitronensauce, plaudere mit Natalia und freue mich über die Musik und das Tanzpaar: Sehr jung, frech in Jeans und Minirock, nicht in den bunten Trachten, die ich von früher kenne. Sie tanzen die klassischen Volkstänze, lehren uns sogar einiges davon – legen dazwischen aber auch modernere Elemente und haben ganz offenbar Spass. Wie sagt Nico: Life goes on – it always does.