Foto-Meditationen

Vor einigen Jahren haben mir fast zeitgleich meine Ärztin und mein TCM-Spezialist geraten, dringend mehr Entspannung in mein Leben einzubauen. Mein Walking-Training und die organisierten Walks liessen sie nicht so recht gelten, weil ich zwar im Vergleich zu dem, was ich „richtige“ SportlerInnen nenne, sehr langsam unterwegs war – aber eben immer noch nicht wirklich entspannt. Mir wurde ausdrücklich Nichtstun verordnet – und ich scheiterte kläglich. Am ehesten gingen noch autogenes Training und geführte Meditationen (beides praktiziere ich auch heute noch regelmässig), aber ansonsten  … Ne, Nichtstun war nichts für mich!

Mein TCM-Arzt, der mir immer wieder das Zusammenspiel von Sympathikus und Parasympathikus erklärt  hatte – und mit gezieltem Druck auf bestimmte Punkte auch den spürbaren Beweis erbrachte, dass die nicht wirklich im Gleichgewicht waren  – resignierte irgendwann und meinte: «Dann geh halt Walken – aber zähl Schmetterlinge dabei … »

Was soll ich sagen … Es hat nicht wirklich funktioniert …

Vor einiger Zeit entdeckte ich aber, dass Fotospaziergänge mich extrem verlangsamen – und mir im wörtlichsten Sinn helfen, mich zu fokussieren. Ganz extrem bewusst ist mir das die letzten zwei Wochenenden aufgefallen. Meine neue Kamera hat eine noch bessere Makro- und Zoomfunktion als die alte, und da sehe ich alle paar Schritte lohnenswerte Sujets. Die beiden Extreme – Makroaufnahmen oder 83-fach-Zoom – verlangen eine ruhige Hand und je nach Sujet auch viel Geduld: Enten und Vögel sind ja auch nicht gerade bekannt fürs Stillhalten.  Das Resultat, am Beispiel von gestern: In 5 Stunden knapp 9000 Schritte 🙂

Ist nicht nichts – war aber sehr entspannend. Und hat sich, wie die Bilder zeigen, gelohnt!