Über den Wolken … oder so

Ein Ausflug auf den Weissenstein stand schon lange auf meiner Bucket List. Als Kind war das unser Hausberg zu jeder Jahreszeit – wir waren da wandern, schlitteln, Ski fahren (ich brach mein Bein dabei …) und wenn ich ehrlich bin: Das Wandern fand ich eher doof! Aber der Sessellift war cool, und mein Vater war der beste Abkocher, den man sich denken kann. Mit der neuen Gondelbahn bin ich aber noch nie gefahren. Zeit, das nachzuholen – und wenn es noch etwas Ermutigung gebraucht hätte, trugen der Wetterbericht und die Live Cam ihren Teil dazu bei.

Die Anreise verlief erwartungsgemäss sehr neblig, in Oberdorf war die Welt noch knapp 300 m gross. Da ich mein Ticket online gekauft hatte, durfte ich die Schlange überholen. Zusammen mit ein paar Kindern schwebte ich erst durch dicke Nebelsuppe, aber kurz vor dem Nesselboden brachen wir durch – in strahlenden Sonnenschein. Das Panorama auf dem Weissenstein war umwerfend! Und natürlich war ich nicht die einzige, welche diese gute Idee hatte, aber zum Glück gibt es da oben viele Spazierwege. Ich ging zuerst Richtung Balmfluh, drehte aber um, als ich im Schatten landete, und folgte dann dem Planetenweg in Richtung Hinteren Weissenstein. Das Restaurant war mir zu voll, aber ich hatte ja ein Picknickt dabei, und so suchte ich mir einen sonnigen Baumstamm und liess es mir gut gehen.

Um den Leuten zu entgehen, wählte ich für den Rückweg den Kretenweg. Der erwies sich allerdings als anstrengend: Da lag so viel Laub, dass ich ständig ausrutschte oder stolperte, weil ich lose Steine oder Baumwurzeln nicht sehen konnte. So wurde der Spazierweg sehr meditativ: Erster Fuss absetzen, testen, ob der Stand sicher ist, dann den zweiten Fuss platzieren … Immer wieder nahm ich mir aber auch die Zeit, um die Aussicht zu geniessen oder die Leute an den Grillstellen zu grüssen. Und natürlich zu fotografieren.

Zurück oben auf dem Weissenstein konnte ich immerhin die Toiletten benutzen, aber Kaffee gab es keinen: Sowohl im Selbstbedienungsrestaurant wie im normalen Restaurant waren Innenräume und Terrasse voll. Je nu, auch dafür war ich vorbereitet: Ich hatte mir bei der Anreise im Speisewagen meinen Becher auffüllen lassen 🙂

Während meines Spaziergangs war der Nebel etwas höher gekrochen – aufgelöst hatte er sich nicht. Und so verschwand der wunderbar blaue Himmel schon kurz vor dem Nesselboden wieder. Dafür hatte ich Glück mit dem Zug – jedenfalls anfänglich: Ich konnte praktisch nahtlos umsteigen und hatte auch in Solothurn gleich Anschluss. Dann aber verloren wir Zeit, und ich den Anschluss in Zürich. Der Zug nach Baden war extrem überfüllt, und ich war einmal mehr die einzige mit Maske. Und extrem dankbar für meine Ohrstöpsel, denn die Kinder im Nachbarabteil waren total übermüdet und quengelten entsprechend …

Aber alles in allem war es ein wunderbarer Tag!

Ein Gedanke zu „Über den Wolken … oder so“

  1. Ja, schöne Erinnerungen für Dich und mich.
    Meinerseits verbrachte ich den Sonntag mit Fanny und Rolf mit einem Spaziergang auf der sonnigen Bütschelegg. Warme Sonne, blauer Himmel und ein riesiges, prächtiges Nebelmeer vor der Alpenwelt.

    Daddy

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