LEGO® SeriousPlay® mit Raphael Frangi

Wer mir auf SoMe folgt, weiss, dass ich kürzlich von einem lieben Nachbarskind eine Lego-Regebogenkatze erhalten hatte, inkl. Schnurrhaare. Die hat mich riesig gefreut – umso mehr, als ich so etwas nie selber zustande brächte! Zwar hatten wir (also vor allem meine beiden Brüder) zuhause auch Legos, aber das mit dem Bauen war nie mein Ding und ist es auch heute noch nicht. 2D-Anleitungen umsetzen? No way!  Deswegen ist auch IKEA für mich der Horror!  Aus der Fantasie bauen? Fantasie hätte ich genügend – räumliches Vorstellungsvermögen eher nicht. Ob das damit zusammenhängt, dass ich keine Stereovision habe? Keine Ahnung, jedenfalls ist das bei allen Intelligenztests derjenige Bereich, der meine Punktzahl runterzieht.

Tja. Und dann sehe ich vor kurzem auf Twitter ein Angebot für LEGO® SeriousPlay®, Home Play: Zwei Stunden zur Beantwortung einer Zukunftsfrage, mit Lego. 52 Steinen, um genau zu sein. Kosten: Nach Gutdünken, ab CHF 20 fürs Material. Angenommen von Raphael Frangi, den ich via SoMe seit vielen Jahren kenne, dem ich aber meines Wissens noch nie direkt begegnet bin (ausser vielleicht bei einem Anlass, da er bei Nexus arbeitet und die Swico Mitglied sind).

Zukunftsfrage? Habe ich? Lego? Kriegte ich, per Post. Und musste schmunzeln: Die Schachtel ist winzig, knapp etwas länger als ein Kugelschreiber. Da ich ja eher so die Grobmotorikerin bin, würde das lustig werden …

Ich habe die Steine erst einmal in ein kleines Kuchenblech geschüttet, damit mir die Katzen keine Teile klauen und zu Boden werfen, und dann sortiert. Neben den bekannten einreihigen oder zweireihigen Steinen gibt es da auch für mich Neues zu entdecken: Eine Treppe, Rampen, Blümchen, zwei rote Ampeln, Flaggen … und drei Augen. DREI! Ich habe Schachtel und Boden abgesucht, weil ich der fixen Meinung war, da müsste irgendwo ein viertes Auge sein. Wobei mir ständig Georg Kreisler im Kopf herum schwirrte:

Gespannt setzte ich mich kurz nach 20 Uhr vor meinen Campi und öffnete den Zoomlink. Wegen zwei Absagen waren wir nur zu viert – Rafi und drei serious Player. Serious ging es auch los: Raphael erzählte uns zuerst über die Methode, wie er dazu kam und wo er sie einsetzt. Mehr dazu auf seiner Website und in den Screenshots, die ich gemacht habe (siehe Slides weiter unten). Dann ging es in eine Aufwärmrunde, und hier mussten (durften) wir ein erstes Mal bauen. 4 Minuten Zeit, Musik auf die Ohren, los geht’s! Und nein, ich gehe hier nicht weiter in die Details der Aufgabe, da müsst ihr schon mal so einen Abend mitmachen 🙂

Hier aber so viel: Meine Hände wussten, was zu tun war – bzw. lernten sehr schnell. Was offenbar auch kein Wunder ist, gibt es doch eine direkte Hand-Hirn-Verbindung, den Homunculus. Spannend!

Instinktiv wurde, was anfänglich unstabil war, befestigt, das Resultat erfüllte alle genannten Anforderungen. Aber dann wurde es erst richtig spannend: Wir zeigten einander unsere Modelle und mussten in einem kurzen Storytelling erklären, wieso das Ding so aussieht, wie es aussieht. Und erfuhren dabei mehr übereinander, als ich es je in so kurzer Zeit gedacht hätte.

Zweite Aufwärmübung: Bauen nach Plan.
HELP! Immerhin keine blöde Strichzeichnung, so kriegte ich das tatsächlich hin – fand es aber überhaupt nicht lustig (sorry, Rafi!), entlarvte aber damit wohl auch, dass nur Befehle ausführen nicht so ganz mein Ding ist …

Dann ging es ans Eingemachte: Was ist deine Stärke? Wie siehst du deine Position im Team? Wenn du Ende 2023 zurückschaust – welche Stärke siehst du?

Die ersten zwei flossen mir praktisch aus der Hand – und mündeten in ein nuanciertes Storytelling. Was mich überraschte: Ich, die ich ja eben nicht bauen kann (und ja, Rafi, ich weiss, dass du schon von Anfang an gesagt hast, das stimme nicht), schaffe es, bewegliche Modelle zu schaffen. Dynamisch  muss es  bei mir sein – statisch liegt mir definitiv nicht.

Beim dritten Modell kämpfte ich: Das geplant Auf- und Ab war viel zu instabil und brach ständig auseinander. Trotzdem (deswegen?) war das Resultat wieder stimmig. Wir drei Bauer:innen, die einander alle das erste Mal “sahen”, erfuhren bei den drei  Modellen sehr viel übereinander: Christine ist extrem viel strukturierter und detailbewusster als ich – in einem Team hätte ich so jemanden wie sie sehr gerne an meiner Seite. Michael hat offenbar einen grösseren 3D-Blick als ich und zieht die Umwelt viel stärker mit ein – könnte, je nach Projekt, auch eine sinnvolle Ergänzung zu mir und meinen Talenten sein.

Ich verstehe jedenfalls nach etwas über zwei Stunden, wieso die Methode nicht nur im Prototyping, sondern eben auch in Marketing oder Teambildung eingesetzt wird. Und weiss, dank dem Team-Modell, worauf ich bei meinen Bewerbungen stärker achten muss bzw. wo ich bei meiner letzen Stelle gegen meine Bedürfnisse verstossen habe.Ich  freue mich darauf, weiter mit den Steinen zu experimentieren. Mal schauen, wo und wie ich das SeriousPlay® für mich nutzen kann.

Danke allen für einen spannenden Abend!

Hier einige Impressionen:

Bonus-Track für Raphael:

Ich habe heute Morgen ein Modell gebaut: Was habe ich vom gestrigen Abend mitgenommen?

 

 

 

 

 

 

Ich stehe auf einem etwas wackligen Grund, kann mich aber in viele Richtungen bewegen und drehen. Ich weiss, wo ich hin will und bin überzeugt, dass ich ein fruchtbares Ziel erreichen werde. Ich werde gesehen und gehört.

 

 

 

 

 

 

 

Disclaimer:

Dieser Post entspringt meiner Begeisterung für eine spannende Erfahrung. Ich wurde weder von LEGO® noch von Raphael dafür bezahlt oder angestiftet.

3 Gedanken zu „LEGO® SeriousPlay® mit Raphael Frangi“

  1. Ih hatte noch nie “Gluscht” nach Lego. Ich habe noch mit einem Steinbaukasten und Holzteilen gespielt. Modellbauten, wie sie Lego sieht, interessieren mich nicht, aber ich bewundere alle, die sich damit abgeben. Ich habe andere Interessen, für deren Anwemdung ich Lego nicht benötige.

    Daddy

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