Northern Explorer Hamilton–Wellington Tag 8 NZ

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Wie vereinbart, holt Bianca mich um 6 Uhr ab, für unsere Fahrt nach Hamilton. Da sich schwer abschätzen lässt, wie der Verkehr rollen wird (hier sind Sommerferien, und an vielen Stellen wird an den Strassen gebaut), planen wir genügend Reserve ein. Die Fahrt verläuft allerdings reibungslos, so dass wir das Auto viel zu früh bei Bekannten von Bianca abstellen. Zu Fuss, entlang des Sees, gelangen wir – nach etwas Wirrungen, courtesy of Uncle Google, zum Bahnhof. Diese Eigenheit von Google wird uns auch in Wellington zu schaffen machen. Mehr dazu später.

Am Bahnhof sind erst sehr wenige Menschen, wir sind aber auch viel zu früh. Café gibt es hier nicht, aber immerhin ein paar Sitzbänke draussen. Essen und Trinken für die Reise haben wir beide dabei, auch wenn der Zug ein Café mitführt. Wir beide haben offenbar einen soliden Anteil Pfadfindermentalität 🙂

Der Northern Explorer kommt von Auckland her. Wir hatten uns entschieden, den ersten Teil auszulassen. Einerseits wegen der Anfahrt, andererseits, weil die Strecke da zu einem guten Teil durch Industrie- und Wohngebiete führt, was wenig fotogen ist. Wen es dennoch interessiert, kann sich gerne hier umsehen: The Man on Seat 61.

Der Zug ist bereits gut besetzt; zusammen mit weiteren Einzelreisenden steigt in Hamilton auch eine Gruppe zu. Es gibt einige Zwischenstopps mit etwas Wechsel, aber die meisten Reisenden fahren die gesamte Strecke. Abfahrt in Hamilton ist um 10.15 Uhr, Wellington sollten wir 18.25 erreichen.

Interessierten empfehle ich den ausführlichen Streckenbeschrieb unter Northern Explorer. 

Das Onboard-Informationssystem informiert in losen Abständen über Sehenswürdigkeiten, Historisches, Wirtschaftliches und mehr. Viele Durchsagen kreisen naturgemäss um die Geschichte der Eisenbahn in Neuseeland Diese wurde stark vom Holzhandel geprägt.

In einem Land, das sich nie wirklich still hält, immer mal wieder reisst, Flüsse staut oder umleitet, ist es wenig erstaunlich, dass das auch zu Unglücken mit der Eisenbahn führen kann. Ein Beispiel dazu liefert die Geschichte um Weeping Waters.

Mit viel Stolz wurde dafür ein architektonisches Meisterwerk präsentiert,  quasi das «Chileli vo  Waase» von Neuseeland: die Raurimu Spiral 

Dazwischen erfuhren wir einiges über Ortschaften, Flüsse und Bewohner:innen – mehr dazu findet ihr im offiziellen Link des Zuges. Eine Geschichte faszinierte mich besonders, deswegen habe ich da kurz recherchiert: Der Napoleon der Maori.

Faszinierend sind auch immer wieder die Legenden der Maori, welche Landschaftsmerkmale in spannende Geschichten verpacken – vielleicht könnte damit ja sogar ich mich orientieren? Hier ein Beispiel: Die Legende vom Wairaka-Felsen.

Die wechselnde Natur, die sich in den Fotos trefflich spiegelt (leider oft zusammen mit mir, da ich einen grossen Teil durch die Scheibe fotografierte), wurde natürlich auch thematisiert. So erfuhr ich unter anderem, dass 98 Prozent der endemischen Sträucher und Bäume Evergreen sind; dass die Abforstungen zu grossen Schäden (neben teilweise grossem Wohlstand) geführt haben und deswegen riesige Aufforstungen im Gang sind (ich selber habe übrigens auch schon drei Bäume gesponsert), dass Flachs hier in einer ganz eigenen Form und riesiger Grösse wächst und eine Zeit lang wirtschaftlich sehr bedeutungsvoll war. Aber das beste für jemanden wie mich, mit Wohnsitz im Kanton Aargau: 

Wir fuhren hier an der nationalen Rüebli-Stadt vorbei: Ohakune. Die haben sogar ein Riesenrüebli als Wahrzeichen!

Mit nur wenigen Minuten Verspätung erreichten wir Wellington, das sich rühmt, einen der schönsten Bahnhöfe zu besitzen. Und ja, es gibt hier sogar eine Platform 9 ¾.

Wir spazierten zu unserem Hotel, Quest on Johnston. Bianca hatte super gewählt: Das Apartment war ruhig – bis auf die Türe, die bei offenem Fenster klapperte (was wir mit Hilfe von Frotteetüchern in den Griff kriegten) und einer WC-Spülung, die nur aufhörte zu laufen, wenn man ihr kräftig eins haute. Die Lage war ebenfalls ideal: Nach von Waterfront, Cable Car (im Prinzip … mehr dazu am Folgetag), zu Einkaufsmöglichkeiten und Museen. Für diesen Abend reichte uns aber die Waterfront:

Nach einem Nachtessen im Portofino gingen wir noch etwas spazieren – gesessen waren wir ja lange genug. Und so waren am Schluss nicht nur wir, sondern auch unsere Schrittzähler glücklich.

 

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