Ohope Beach – Tag 6 NZ 2024

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Heute Morgen erwachte ich wieder kurz nach 6 Uhr, durch den Gesang der Vögel und das Licht, das durch den Spalt der Vorhänge fiel. Etwas überrascht sah ich, dass es zwar noch reichlich Pfützen vor dem Studio hatte, dass der Himmel aber mehrheitlich blau war.

Ich chattete kurz mit Finn und meiner Katzentante (Bacciolino kommt offenbar nur zur Läckerliausgabe raus und verkriecht sich dann wieder unter dem Bett), las meine Mails und Kommentare und genoss mein Frühstück. Und weil das Wetter trocken, aber eher etwas kühler werden sollte, entschied ich mich, zu Fuss zur Ohope Beach zu gehen. Gemäss Google Map sind das  6.6. km, allerdings über einen Berg. Einen Bus gäbe es auch – der käme dann vielleicht für die Rückfahrt zum Zug.

Ausgerüstet mit Regenjacke und Badekleid, für alle Fälle, stiefelte ich los, geleitet von Onkel Google. Allerdings führte der mich zuerst in die Irre: Da, wo ich gemäss Map durchholte, durfte ich als Fussgängerin nicht. Ein kleiner Umweg brachte mich zur Himmelsleiter.

Oben erreichte ich wieder die von Google empfohlen Route, und ab hier hatte die Strasse auch ein Trottoir bzw. etwas später einen kombinierten Rad- und Fussweg. Autos waren relativ viele Unterwegs, und am Anfang sah ich noch ein paar Jogger und Waliserinnen, aber sonst hatte ich den Weg für mich.

Bis etwas über die Hälfte führte der Weg durch Schatten, was gut war, denn es wurde immer wärmer. Kurz vor Kilometer vier erreichte mich eine Nachricht von Steve, wo ich mich rumtreibe? Meine Fotoantwort belustigte ihn: «You crazy Woman walk to the beach???» Aber sicher doch!

Er bot mir an, mich abzuholen – er habe heute frei und sei entweder zu Hause oder in der Stadt. Gut zu wissen!

Ers aber ging es abwärts mit mir, runter an «the Most loved Beach in NZ».  Ich hatte diesen Strand das erste Mal an der Hochzeit von Bianca und Calum gesehen, 2016, und war begeistert. Auch heute genoss ich den Anblick. Auf der öffentlichen Toilette zog ich mich um – Badekleid war definitiv angebracht. Vorsichtshalber schmierte ich auch noch etwas nach, holte mir einen Kaffee und spazierte dann dem Strand entlang. Der Sand ist sehr fein, es hat keine Steine, nur Muscheln und Samenkapseln einer Pflanze, die ich noch nicht identifizieren konnte. Er ist sehr flach, so dass ich gut im Wasser gehen konnte. Die Wellen sind etwas weiter draussen und werden gerne auch von Surfern genutzt, aber heute sah ich keine.

Kurz vor 12 Uhr verliess ich den Strand und ging zur Uferstrasse, in der Hoffnung, ein Café oder ein Restaurant zu finden. Meine entsprechende Frage bei einer Anwohnerin liess mich aber umkehren: In der Richtung, in der ich unterwegs war, gäbe es auf mehrere Meilen keines. Je nu, dann halt wieder retour.

Kurz vor meinem Ausgangspunkt stiess ich auf ein einladendes Café, Moxi. Ich schrieb Steve an, ob er Lust habe, mich hier auf einen Imbiss zu treffen? Er hatte! Und wir beide waren begeistert von dem, was hier serviert wurde. Die Karte bot eine grosse Auswahl, und alles wurde äusserst appetitlich serviert. Das Beste: Steve kannte das Lokal gar nicht und war hin und weg von seinem Avocado-Prawn-Snack. Und ich war nach etwas über 19’000 Schritten dankbar, dass er mich zurück chauffierte 🙂

Jetzt lege ich erst Mal die Füsse hoch. Gegen sechs spaziere ich dann zu ihm rüber  – wir gehen zusammen essen, zur Feier des letzten freien Tages vor einer Reihe von Nachtschichten, die vor ihm liegen.

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Auf dem Weg zu Steve sah ih meine erste Katze, seit ich hier bin. Ziemlich weit weg – weiss, mit schwarzem Schwanz. Als ob Bacciolino mich grüssen wollte.

Steve ist einigermassen beunruhigt über das Weltgeschehen. Trump gewinnt in Iowa, die Chinesen flippen aus wegen der Wahlen in Taiwan, Iran schiesst auf Amerikanische Stützpunkte, die Hut auf Amerikanische Schiffe … Und auch im Inland läuft einiges schief: In Wellington müssen die Leute Wasser sparen, weil die Leitungen so marode sind, dass 50 % des Wassers durch Leitungsbrüche verloren gehen. Und der König der Maori hat zu einer riesigen Konferenz geladen, weil die neue Regierung alle Maori-Übeersetzungen aus den offiziellen Papieren gestrichen hat.

Nach den News fuhren wir ins Zentrum, in ein Restaurant, das Thai und europäische Küche anbietet. Steve bestellte eine Vorspeise mit Avocado, ich Mixed Thai. Wir lachten beide, als die Vorspeise kam: Steve kriegte genau das, was er schon zum Mittagessen hatte. Und es hat ihm wieder geschmeckt 🙂

Die Portionen waren riesig, ich musste mir einen Teil mitgeben lassen. Ich genoss die Unterhaltung sehr, bin aber froh, darf ich etwas länger schlafen als Steve: Der muss um vier raus, weil er Frühschicht hat.

 

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