Whakatane – Tag 16

Ich schlief bis kurz nach 8 Uhr aus und begann dann, Fotos und Notizen unseres Ausfluges zu bearbeiten, um den Blog zu aktualisieren. Gegen Mittag spazierte ich ins Zentrum: Ein paar klassisch-analoge Postkarten sollen doch noch raus, und da der Bann rund um die Tragödie auf dem Vulkan nun endgültig aufgehoben worden war (die Stämme waren sich da in der letzten Woche uneinig), standen die Chancen gut, dass ich auch das „Haus, das heimkam“ wieder besuchen konnte. Da ich letztes Mal hier eine Privatführung hatte (siehe Links), wollte ich mich eigentlich nur reinsetzen und den Raum auf mich wirken lassen, aber das geht nicht – muss zwingend mit einer Führung und den damit verbundenen Ritualen sein. Ich erwischte aber eine kleine, sehr interessierte Gruppe und zum Schluss recht viel Zeit zur freien Nutzung, bevor es zum traditionellen Abschiedsessen ging.

Bei Tee, Wasser, Fried Bread und Brownies mit Süsskartoffeln konnte ich mich mit den Guides auch über ihre Arbeit in den letzten Wochen unterhalten. Das Haus, das ja ursprünglich zur Stärkung der durch die Einwanderungen bedrohten Gemeinschaft gebaut worden war, erfüllte genau diese Aufgabe: Als Informations- und Betreuungszentrum für Menschen, die von den Folgen des Vulkanausbruches betroffen waren. Die Normalität fühlt sich noch etwas zerbrechlich an, aber die Leute, die hier arbeiten, sind froh, dass sie nun auch wieder den anderen Teil ihres Auftrages leben können, die Kultur der Maori mit ihren reichen Legenden zu vermitteln.

So erfuhr ich auch, dass das abschliessende Mahl nicht nur ein Zeichen der Gastfreundschaft war, sondern eine wichtige Funktion hat: Das Haus, das ja symbolisch einen Menschen darstellt und in dem auf Schnitzereien zahlreiche Vorfahren der Stämme abgebildet sind, ist gefüllt  mit den Geistern der Vorfahren – und auch wir, die Besuchenden, haben unsere Vorfahren mit zur Besichtigung gebracht. Das Essen weist ihnen und uns den richtigen Platz zu: Die Essenden, mit ihren Körpern, gehen raus in die aktuelle Welt, die anderen bleiben in der spirituellen Welt.

Gegen Abend trudelte ich bei Bianca ein und wir schauten uns gemeinsam den Disneyfilm Moana an. Freyja definitiv nicht das erste Mal, sie sang und tanzte ab und zu mit. Ich war fasziniert, denn der Film nimmt viele Legenden der polynesischen und Maori-Kultur auf, über die wir eben erst gesprochen hatten – und parodiert so ganz nebenher die meisten anderen Disneyprinzessinen. Sehr sehenswert, dieser Film, war aber irgendwie völlig an mir vorbeigegangen, als der bei uns lief.

Weiterführende Links

House that came home
https://www.mataatua.com/

https://schreib-lounge-blog.ch/mataatua/

Rezept Fried Bread
https://www.maoritelevision.com/kai/recipes/fry-bread

Rezept Kumara-Schoggi-Brownies
https://newzealandhoneyco.com/blogs/health-wellness/kumara-and-new-zealand-honey-chocolate-brownies

Moana (Deutsch: Vaiana)
https://en.wikipedia.org/wiki/Moana_(2016_film)